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Andreas Hoffmann
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Dipl.-Inform. Andreas Hoffmann
Leiter
Geschäftsbereich SQC
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ESPRI, Mitarbeiter, Ulrich Meissen
Prof. Dr. rer. nat Ulrich Meissen
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Sicherheit und Zertifizierung
Foto: Philipp Plum, Illustration: Lennart Andresen/ Fraunhofer FOKUS

Sicherheit und Zertifizierung

Im April 2020 ermittelte die R+V-Langzeitstudie in einer Sonderbefragung die »Ängste der Deutschen«. Auf den ersten drei Plätzen landeten neben der Angst vor einer gefährlicheren Welt durch die Trump-Politik auch die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten und den Kosten für Steuerzahler durch die EU-Schuldenkrise, also die Staatsschuldenkrise einiger Euroländer wie Griechenland, Irland, Spanien oder Portugal. Erstaunlich ist, dass auf den ersten 22 Plätzen der Studie keine Angst im Zusammenhang mit der immer stärkeren Digitalisierung unserer Umwelt auftaucht. Dabei wird die Digitalisierung in Zukunft unser Leben und Arbeiten bestimmen. Fraunhofer FOKUS sorgt für die Qualitätssicherung und Zuverlässigkeit von vernetzten Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT).

Schon heute finden sich nicht nur in unseren Autos, Mobiltelefonen oder Smart-Home-Anwendungen solche Informations- und Kommunikationstechnologien. Auch kritische Infrastrukturen, wie unsere Strom- oder Wasserversorgung, sind heute mehr oder weniger digitalisiert. Nur wenn die Sicherheit solcher Systeme gewährleistet ist, können wir uns auf sie verlassen und verhindern, dass ein Ausfall zu großen finanziellen Schäden oder sogar zu Gefahren für Menschenleben führt. Fraunhofer FOKUS hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Schutz von kritischen Infrastrukturen durch leistungsfähige und vor allem sichere Technologien zu unterstützen. Im »CertLab« begleiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Auftrag des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) den Zertifizierungsprozess für IT-Sicherheitsprodukte wie Smartcards und Betriebssysteme gemäß dem »Common Criteria Standard«.

Für einen sicheren Datenaustausch in einer immer stärker digitalisierten Welt sind vertrauenswürdige digitale Identitäten nötig. Diese werden häufig von zentralen Identitätsanbietern wie Google oder Facebook zur Verfügung gestellt. Eine Alternative dazu können Blockchain-Technologien bieten. Bekanntheit erlangten sie im Zusammenhang mit der 2009 auf den Markt gekommenen Digitalwährung Bitcoin. Der Begriff »Blockchain« (engl. Blockkette) steht für eine Liste von Datensätzen, sogenannte Blöcke. Diese sind untereinander mithilfe von kryptographischen Verfahren verkettet, enthalten einen kryptographischen Hash (Streuwert) des vorhergehenden Blocks, einen Zeitstempel und Transaktionsdaten, wodurch sie fälschungssicher sind. Neu hinzugefügte Daten werden dabei regelmäßig zu einem neuen Block zusammengefügt. Durch diese Eigenschaften finden sich mögliche Anwendungen der Technologie in vielen Branchen – von der Finanz- und Versicherungswirtschaft, Energiewirtschaft, in Industrie und Handel bis hin zum Gesundheitswesen und der öffentlichen Verwaltung. Die Geschäftsbereiche SQC und DPS von Fraunhofer FOKUS bündeln ihre Aktivitäten rund um das Thema Blockchain in der Blockchain-Werkstatt. In Kooperation mit der öffentlichen Hand, Unternehmen, Software-Herstellern, Standardisierungsorganisationen, Start-ups und Universitäten wird der Einsatz der Technologie in unterschiedlichen Anwendungsfeldern erforscht und erprobt. Zu den Schwerpunkten der Blockchain-Werkstatt zählen der Energiesektor, digitale Verwaltung, Open Data, Open Science, Qualitätssicherung, Identitätsmanagement und das Internet of Things.

Damit auch zukünftig die Zuverlässigkeit, Sicherheit und der Datenschutz von digitalen Infrastrukturen gesichert ist, arbeiten Fraunhofer FOKUS und die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin im Cybersicherheitslabor zusammen. In der Nähe des neuen Flughafens Berlin Brandenburg BER werden die neuesten Forschungsergebnisse zur Sicherheit digitaler Anwendungen in Weiterbildungsmaßnahmen für Wirtschaft und Behörden zugänglich gemacht sowie Kinder und Jugendliche z. B. in Schulveranstaltungen, der Langen Nacht der Wissenschaften und beim Girls’ Day für Datenschutz und IT-Sicherheit sensibilisiert. Die Kooperation sieht darüber hinaus einen neuen Studiengang »Wirtschafts-Informationssicherheit« sowie Forschungs- und Sonderprofessuren für digitale Infrastruktur vor.