Referenzen

Der Geschäftsbereich »Future Applications and Media (FAME)« verfügt über das gesamte technische Know-how, um interaktiver Medienanwendungen zu realisieren. Dazu gehören Dienste, die auf mehreren Medienplattformen konvergiert werden können, sowie personalisierbare Anwendungen, die die Interaktion mit einer Vielzahl von Endgeräten ermöglichen.

Bei all ihren Arbeiten setzen die Forschenden von FAME konsequent auf webbasierte Technologien. Darüber hinaus sind sie aktiv in Standardisierungsgremien (u. a. ETSI, HbbTV, DASH-IF und W3C) tätig, unterstützen Kunden bei der Entwicklung interoperabler Lösungen, evaluieren diese und entwickeln Prototypen zur Visualisierung ihrer möglichen Funktionalitäten.

Bleiben Sie über die Aktivitäten von Fraunhofer FOKUS FAME informiert, indem Sie unseren Newsletter abonnieren.

CLM für die digitale Ausbildung der Bundeswehr

Virtuelle Lernumgebung der Bundeswehr (VLBw)
© Philipp Plum / Fraunhofer FOKUS
CLM – digitale Vernetzung für moderne Lernumgebungen

Die Bundeswehr betreibt über 130 Ausbildungsstätten und benötigt eine zentrale digitale Lernplattform, die unterschiedlichste Anforderungen an Rollen, Rechte, Inhalte und Netzwerke erfüllt. Ziel ist ein skalierbares, sicheres und flexibles Lernökosystem für formelle und informelle Ausbildung.

Fraunhofer FOKUS setzt in der Virtuellen Lernumgebung der Bundeswehr (VLBw) die Fraunhofer Common Learning Middleware (CLM) ein. Die CLM verbindet Lerninhalte, Tools und KI-Dienste über standardisierte Schnittstellen und orchestriert Datenflüsse zwischen verschiedenen Service Providern. Sie ermöglicht automatisierte Einschreibungen, Single Sign-On und ein fein abgestimmtes Rollen- und Rechtemanagement – auch über netzwerkübergreifende Systeme hinweg.

Für jede Ausbildungsumgebung wird eine eigene CLM-Instanz bereitgestellt, die sich in ein föderiertes Gesamtsystem integriert. So entsteht eine zukunftsfähige Infrastruktur, die hybride Lernformate und digitale Souveränität der Lehrenden unterstützt.

Fraunhofer FOKUS entwickelt CTA WAVE Test Suites

Medientechnik, Smart Media Lab am Fraunhofer FOKUS
© Marc Frommer / Fraunhofer FOKUS
Test Suite im Fraunhofer FOKUS TV Lab.

Das CTA WAVE (Web Application Video Ecosystem) Projekt der Consumer Technology Association (CTA) ist eine Brancheninitiative zur Förderung von Standards und Interoperabilität für webbasierte Medien-Streaming-Lösungen auf verschiedenen Geräten und Plattformen. 

Seit 2017 entwickelt und pflegt Fraunhofer FOKUS in enger Zusammenarbeit mit dem CTA WAVE Projekt die Streaming Media Test Suites. Diese Testumgebungen ermöglichen eine umfassende Validierung von webbasierten Medienwiedergabe- und Gerätefunktionen auf Smart TVs, Set-Top-Boxen, Mobilgeräten und in Browsern. Die WAVE Streaming Media Test Suite – Devices sowie die Test Suite für die Web Media API Snapshot Spezifikation unterstützen Hersteller und Content-Anbieter dabei, Interoperabilität und eine hohe Streaming-Qualität gemäß aktuellen Industriestandards wie HTML5, MSE/EME, DASH, HLS und CMAF sicherzustellen.

Die Test Suites werden regelmäßig bei internationalen Branchenevents wie HbbTV Plugfests und weiteren Testing Events eingesetzt und kontinuierlich um neue Technologien und Anforderungen erweitert. Das »Plugfest of DTVP & DTG and the HbbTV Testing Event« findet jährlich im Herbst bei Fraunhofer FOKUS statt.

Modulare Lernplattform für das Goethe Institut

Smiling woman using headphones during online webinar or video call
© iStock / Drazen
Modulare Lernplattform für globale Bildungsangebote

Das Goethe-Institut vermittelt weltweit deutsche Sprache und Kultur und betreibt eine umfangreiche digitale Lernumgebung für Millionen von Lernenden. Die vorhandene Moodle-basierte Infrastruktur stößt jedoch bei der Vielzahl globaler Kursinstanzen, individuellen Anpassungen und externen Integrationen an ihre Grenzen. Hoher Pflegeaufwand, eingeschränkte Skalierbarkeit und schwierige Auswertungen bremsen die Weiterentwicklung.

Fraunhofer entwickelt eine moderne, modulare Lerninfrastruktur, die diese Herausforderungen im laufenden Betrieb adressiert. Im Zentrum steht die Common Learning Middleware (CLM), die als flexible Vermittlungsschicht fungiert und rollenbasiert Inhalte sowie Lerndaten aus unterschiedlichen Quellen an den Kursplayer ausliefert. Ergänzend entsteht ein leistungsfähiges System zur Verwaltung und Provisionierung von Kursen sowie ein Modul zur systematischen Analyse von Learning Records. Die aggregierten Lern- und Leistungsdaten werden für Lernende und Lehrende nutzbar aufbereitet.

In einer interdisziplinären Erprobungsphase wird die neue Plattform unter realen Bedingungen getestet. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Weiterentwicklung ein – für eine zukunftsfähige, skalierbare und nutzerorientierte Lerninfrastruktur.

HbbTV-basierte TV-Reichweitenmessung

© iStock / Anchiy
TV Reichenweitenmessung

Red Tech, eine Tochtergesellschaft von Red Bull, steht vor der Herausforderung, die lineare TV-Reichweite international in Echtzeit präzise zu messen und mit OTT- sowie digitalen Verbreitungswegen zu vergleichen. Fraunhofer FOKUS liefert die Lösung: ein HbbTV-basiertes Tracking-Framework, das sich nahtlos in bestehende HbbTV-Apps integriert. Die Plattform ermöglicht Sendern, Reichweiten in Echtzeit zu analysieren, das Zuschauerverhalten zu verstehen und Programm- sowie Werbestrategien gezielt zu optimieren. Zusätzlich bietet das HbbTV Research Toolkit umfassende Funktionen zur Visualisierung und Auswertung von Live- und historischen Nutzungsdaten. Die Lösung ist seit 2016 bei ServusTV im Einsatz, wurde für den HbbTV Award in der Kategorie »Best Technology Innovation« nominiert und ist seit 2024 die offizielle AGTT-Messlösung für TV-Reichweiten in Österreich.

KI-Demonstrator für digitale Bundeswehr-Ausbildung

Truong-Sinh An, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Fraunhofer FOKUS, hält einen Vortrag zum Thema KI in LMS bei der Bundeswehr
© Philipp Plum / Fraunhofer FOKUS
KI-gestütztes Lernen für die Bundeswehr

Die Bundeswehr steht vor der Herausforderung, ihre Ausbildung digital und zukunftsfähig zu gestalten – insbesondere unter strengen Datenschutz- und IT-Sicherheitsanforderungen. Fraunhofer entwickelte hierfür einen modularen KI-Demonstrator, der Lernmanagementsysteme (LMS) mit intelligenten Funktionen wie personalisierten Lernpfaden, Kompetenzanalyse (KoApp), Learning Analytics und dem LLM-basierten Chatbot rAIbert ausstattet. Der Demonstrator wurde erfolgreich in der geschützten IT-Umgebung der Bundeswehr getestet und in mehreren Lehrgängen evaluiert. Er ermöglicht eine sichere, adaptive und benutzerfreundliche Lernumgebung, die sowohl Lernende als auch Lehrende unterstützt und die Effizienz sowie Motivation im Ausbildungsprozess steigert. Die Integration von Standards wie xAPI und LTI gewährleistet eine nahtlose Einbindung in bestehende Systeme und schafft die Basis für eine skalierbare, zukunftsfähige digitale Lernlandschaft.

Schulconnex: Standard für schulische Identitäten und Kontextdaten

Studierende an Arbeitsplätzen in einer Bibliothek
© Philipp Plum / Fraunhofer FOKUS
Standardisierte Schnittstelle für schulische Daten

Viele Schulen und Schulträger stehen vor der Herausforderung, Identitäten und schulische Kontextdaten wie Rollen, Gruppenzugehörigkeiten, Unterrichtsfächer oder Bildungsgänge sicher und datenschutzkonform zwischen verschiedenen Systemen zu synchronisieren. Ursprünglich für die Bedarfe aus Niedersachsen entwickelt, verantwortet die FWU heute die länderübergreifende Weiterentwicklung und den Einsatz der offenen Schnittstellenspezifikation Schulconnex. Fraunhofer wirkt maßgeblich an der technischen Spezifikation und Umsetzung mit.

Schulconnex ermöglicht die automatisierte, standardisierte Synchronisation von Identitäten und Kontextdaten zwischen Schulverwaltungssystemen und digitalen Bildungsdiensten. Die API für Quellsysteme synchronisiert Daten zwischen Verwaltungssystemen, während die API für Dienste Bildungsmedien den sicheren Abruf schulischer Kontextdaten im Nutzerkontext erlaubt. Schulconnex ist speziell auf das deutsche Schulsystem zugeschnitten und bildet europäische Datenschutzanforderungen ab.

Die Lösung wird bereits länderübergreifend eingesetzt, vereinfacht die Integration von Schul-IT, reduziert den Verwaltungsaufwand und schafft eine belastbare Grundlage für den digitalen Unterricht. Die Spezifikation ist offen verfügbar und wird kontinuierlich weiterentwickelt – mit Fraunhofer als technischem Impulsgeber.

SmartID für eindeutige Produktidentitäten

A person scans a product QR code with a phone, the phone screen shows a green check mark
© Fraunhofer IAP
Mit SmartID einfach Produkte authentifizieren

Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, die Echtheit ihrer Produkte zuverlässig zu gewährleisten – insbesondere in globalen Lieferketten und im Onlinehandel. Fälschungen gefährden Marken, verursachen wirtschaftliche Schäden und mindern das Vertrauen der Kundinnen und Kunden.

Mit SmartID bietet Fraunhofer eine innovative Lösung, die die natürliche Oberflächentextur eines Produkts als unverwechselbares Sicherheitsmerkmal nutzt. Die Technologie erfasst mikroskopische Strukturen, wandelt sie in einen eindeutigen digitalen Fingerabdruck um und verknüpft diesen mit einem QR‑Code. Nutzende prüfen die Echtheit eines Artikels einfach mit dem Smartphone – offline, intuitiv und ohne komplexe IT‑Infrastruktur.

SmartID kann direkt in bestehende Produktionsprozesse integriert werden, etwa in Drucklinien für Verpackungen. Hersteller profitieren von einer skalierbaren, leicht implementierbaren Lösung, die authentische Produktidentitäten schafft, Marken schützt und die Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette stärkt. Gleichzeitig integriert sich SmartID nahtlose in neue regulatorische Anforderungen wie dem digitalen Produktpass.

FAMIUM Streaming Media Test Suite für das ZDF

diverse Bildschirme, Smart Media Lab am Fraunhofer FOKUS
© Marc Frommer / Fraunhofer FOKUS
FAMIUM Streaming Media Test Suite für zuverlässiges Multiplattform-Streaming

ZDF setzt auf die FAMIUM Streaming Media Test Suite von Fraunhofer FOKUS, um DASH- und HLS-Live- sowie VoD-Streams auf Smart TVs, Set-Top-Boxen, Mobilgeräten und Desktop-Plattformen umfassend zu testen und zu optimieren. Die Lösung ermöglicht eine effiziente Validierung und Fehleranalyse der Streaming-Angebote und sorgt so für eine hohe Qualität und Interoperabilität auf allen relevanten Endgeräten. Durch die detaillierte Analyse von Wiedergabemetriken werden Optimierungspotenziale frühzeitig erkannt und die Streaming-Erfahrung für die Zuschauer kontinuierlich verbessert. Für die Validierung kam das Fraunhofer FOKUS TV Lab mit einer großen Auswahl an TV-Geräten und Plattformen zum Einsatz.