Von der Idee zur Umsetzung: KI-Potenzial-Check unterstützt Kommunen beim strukturierten Einstieg

Wie können Kommunen KI-Projekte systematisch bewerten und erfolgreich umsetzen? Antworten liefert der neue KI-Potenzial-Check »Startklar für KI«. Die praxisnahe Gebrauchsanleitung entstand im Expert:innenkreis des Projekts »URBAN.KI« und wurde bereits von mehreren Kommunen im letzten Quartal 2025 erprobt. Das Ergebnis: Ein modulares Werkzeug, das sowohl KI-Einsteiger:innen als auch Expert:innen strukturiert durch relevante Fragen führt – von strategischen Zielen über technische Anforderungen bis hin zu Ressourcenplanung und Vertrauenswürdigkeit.

Luftaufnahme: Autobahnabschnitt mit Abfahrten und mehrspurigen Brücken
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Der KI-Potenzial-Check »Startklar für KI« bietet Kommunen eine systematische Herangehensweise für die Bewertung und Planung von KI-Projekten. Entwickelt wurde das Instrument im Rahmen von »URBAN.KI«. In dieser Deutschen KI-Initiative für Kommunen bündeln die Stadt Gelsenkirchen, die Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Fraunhofer FOKUS sowie Fraunhofer IAIS ihre Expertise, um ein praxistaugliches Werkzeug für die kommunale Ebene zu schaffen.

Flexibel nutzbar – von der Inspiration bis zur Tiefenanalyse

Der KI-Potenzial-Check ist bewusst umfassend angelegt. Kommunen müssen jedoch nicht jeden Punkt en detail durcharbeiten. Vielmehr kann die Checkliste je nach Bedarf als Inspirationsquelle für erste Überlegungen zum Einsatz Künstlicher Intelligenz dienen, gezielt für einzelne Themenbereiche genutzt oder für eine tiefergehende Analyse herangezogen werden. 

Die Checkliste umfasst vier zentrale Kapitel, die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten und können parallel von verschiedenen Fachbereichen bearbeitet werden:

I – Klarheit schaffen: Ziele, Beteiligte und Projektumfang definieren

II – Anforderungen prüfen: Funktionen, Datengrundlagen und technische Machbarkeit bewerten

III – Vertrauen stärken: Transparenz, Nachvollziehbarkeit und rechtliche Anforderungen sicherstellen

IV – Ressourcen im Blick: Kosten, Nutzen und personelle Kapazitäten realistisch einschätzen


Sensibilisierung für kritische Erfolgsfaktoren

Ein besonderer Mehrwert des KI-Potenzial-Checks liegt in der Sensibilisierung für oft übersehene Aspekte, z.B. für die Frage der Anbieterabhängigkeit: Wie lässt sich digitale Souveränität sicherstellen? Auch Fragen zur Erklärbarkeit von KI-Entscheidungen, zu möglichen Bias-Risiken oder zur langfristigen Wartbarkeit werden adressiert.

Die Checkliste hilft zudem dabei, realistische Erwartungen zu entwickeln: Welche Datenqualität ist tatsächlich erforderlich? Welche personellen Kompetenzen werden langfristig benötigt? Und wo sollten externe Expert:innen einbezogen werden?

Evaluation in der Praxis

Im letzten Quartal 2025 haben verschiedene Kommunen den KI-Potenzial-Check evaluiert. Die Rückmeldungen flossen direkt in die Weiterentwicklung ein – von der Verständlichkeit der Fragen über die Praxistauglichkeit der Checklisten bis hin zur Balance zwischen Tiefe und Übersichtlichkeit. Die Evaluation zeigte: Kommunen benötigen ein Werkzeug, das konkret ist und das Orientierung bietet, ohne starre Vorgaben zu machen.

Von der Idee zur Entscheidung – in überschaubaren Schritten

Die Bearbeitung des vollständigen KI-Potenzial-Checks dauert je nach Vorwissen und Teamgröße etwa fünf bis acht Stunden reine Arbeitszeit. In der Praxis erstreckt sich der Prozess jedoch oft über mehrere Tage oder Wochen, da nicht alle Informationen sofort vorliegen: Datenbestände müssen analysiert, rechtliche Rückfragen geklärt oder Budget-Informationen eingeholt werden.

Das Instrument ist daher bewusst flexibel gestaltet: Wer zunächst nur einen schnellen Überblick gewinnen möchte, kann die Leitfragen als Orientierungshilfe nutzen. Bei Bedarf stehen ausführlichen Erläuterungen und Infokästen zur Vertiefung bereit. Manche Kommunen nutzen die Checkliste als Grundlage für einen strukturierten Workshop, andere bearbeiten die Kapitel schrittweise in verschiedenen Projektphasen.

Einbettung in die URBAN.KI-Initiative

Der KI-Potenzial-Check ist Teil der umfassenden Unterstützungsangebote von »URBAN.KI«, die Kommunen beim Einstieg in die Künstliche Intelligenz begleiten. Das Projekt, gefördert durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sowie die Kreditanstalt für Wiederaufbau, entwickelt nicht nur Werkzeuge wie den KI-Potenzial-Check, sondern setzt auch konkrete Use Cases um, die als Open-Source-Lösungen anderen Kommunen zur Nachnutzung zur Verfügung gestellt werden.

Mit »Startklar für KI« erhalten Kommunen ein strukturiertes Werkzeug an die Hand, um KI-Vorhaben fundiert zu bewerten und zukunftsfähige Entscheidungen zu treffen. Denn KI ist kein Selbstzweck – sie muss gezielt dort eingesetzt werden, wo sie echten Mehrwert für Bürger*innen, Mitarbeitende und die Kommune als Ganzes schafft.

Der KI-Potenzial-Check als Download

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