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Im Krisenfall kommt es auf verlässliche Versorgungsnetze an Matthias Heyde/ Fraunhofer FOKUS

ResKriVer-Plattform soll resiliente, krisenrelevante Versorgungsnetze stärken

News vom 28. Juni 2021

Am 1. Juni 2021 startete das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderte Projekt »ResKriVer – Kommunikations- und Informationsplattform für resiliente, krisenrelevante Versorgungsnetze«. Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer digitalen Plattform, die die Resilienz von Versorgungsnetzen mit krisen-relevanten Gütern und Ressourcen im Krisen- und Katastrophenfall stärken soll. Darüber hinaus soll die Plattform die Kommunikation mit der Bevölkerung und zwischen Krisenstäben verbessern.

Die digitale Plattform dient der Erhebung, Dokumentation und Analyse von Informationen über Versorgungsnetze von krisen-relevanten Gütern und Ressourcen. Während der dreijährigen Projektlaufzeit ist die Entwicklung von fünf Demonstratoren geplant. Sie sollen den Einsatz der Plattform bei der Versorgung mit substituierbaren Gütern und Ressourcen, der Versorgung mit Blutkonserven, der präklinischen Notfallmedizin, bei großflächigen und langanhaltenden Bränden und bei der Unterstützung der Arbeit von Krisenstäben zeigen.

Fraunhofer FOKUS entwickelt im Projekt eine verteilte, skalierbare Plattform zur wissensbasierten Dokumentation von Versorgungsbeziehungen zwischen Organisationen und Unternehmen, und Methoden zur Analyse der Abhängigkeiten in diesen Netzen. Ziel dieser Plattform ist die organisations-übergreifende, sichere Dokumentation sensibler Lieferbeziehungen, um sie im Krisenfall analysierbar zu machen und die kritischen Knoten und Abhängigkeiten in Versorgungsnetzen zu identifizieren.

Prof. Dr. Thomas Hoppe, Konsortialleiter und Projektleiter bei Fraunhofer FOKUS, erklärt: »Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie anfällig unsere auf arbeitsteiliger Just-In-Time Produktion basierende globale Wirtschaft für Störungen von Lieferketten geworden ist. Sofern die Wirtschaft rund läuft, erkennen wir dies nicht, erst im Krisen- oder Katastrophenfall wird dies wirklich wahrnehmbar. Auch wenn Krisen und Katastrophen selten eintreten, gilt es doch vorausschauender zu handeln und krisen-relevante Güter in geeignetem Umfang vorzuhalten, Produktionskapazitäten zu re-lokalisieren, alternative Versorgungswege und substituierende Produkte zu kennen.«

Das ResKriVer-Konsortium ist offen für weitere Krisen- und Katastrophen-relevante Szenarien, die dazu beitragen, ein umfassenderes Ökosystem aufzubauen. Weitere Informationen erhalten Sie von Prof. Dr. Thomas Hoppe.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des KI-Innovationswettbewerbs »Künstliche Intelligenz und vernetzte Datentechnologien für infektiologische und andere die Wirtschaft bedrohende Krisen« gefördert. Dem Projektkonsortium unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme FOKUS gehören die Berliner Feuerwehr, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Condat AG, eccenca GmbH, das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, HFC Human-Factors-Consult GmbH, die KomRe AG, Merantix Labs GmbH, der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) e. V. und die YOUSE GmbH an.