Datenanalyse LED-Wand
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Künstliche Intelligenz für die Wissensarbeit

Meldung vom Di., 20. November 2018

Im Jahr 2017 wurden weltweit rund 16 Zettabytes, also rund 16 Milliarden Terrabytes, an digitalen Daten generiert. Eine unvorstellbare Menge an Wissen, die nicht mehr zu überblicken ist. Wissensarbeiter, also z. B. Ärzte, Architekten, Gutachter und andere Spezialisten, wollen solche Daten jedoch nutzen, um branchenspezifische Anwendungen zu entwickeln. Diese werden dann beispielsweise in Industrie, Medizin, Kultur oder Medien eingesetzt und tragen zur Wertschöpfung bei. Das Projekt »Curation Technologies (QURATOR)« hat sich zum Ziel gesetzt, Spezialisten bei der Kuratierung von digitalen Inhalten zu unterstützen. Die Kick-off-Veranstaltung fand am 19.11.2018 in Berlin statt.

Im Projekt werden dafür intelligente Kuratierungstechnologien entwickelt. Diese tragen dazu bei, dass Teilaufgaben beim Kuratieren automatisiert werden. Dazu gehören z. B. das Suchen und Finden von Informationen sowie das Sichten, Auswählen, Ordnen, Sortieren, Zusammenfassen, Klassifizieren, Verknüpfen oder Visualisieren von Inhalten und Daten. Die dafür nötigen Informationen finden sich im Internet, aber auch in Datenbanken von Unternehmen.

Intelligente Technologien unterstützen den Kurator so bei der Erstellung und Pflege von Inhalten und Daten und schaffen eine optimale Grundlage für intelligente Services wie semantische Suche, Empfehlungs-, Sprachdialog- oder Monitoringsysteme. Beispiele für die Anwendung sind die Kuratierung von biomedizinischem Wissen oder die Anwendung von intelligenten Kuratierungstechnologien für die automatische Erstellung von Reiseführern, bei der intelligente Algorithmen das Internet und andere verfügbare Quellen nach Informationen durchsuchen und daraus automatisch Texte erzeugen.

Die Technologie dahinter

Im Projekt wird eine Plattform für die digitale Kuratierung entwickelt, die Technologien für ein breites Anwendungsspektrum bereitstellt und verschiedene Informationsquellen, Datenformate und Anwendungsszenarien unterstützt. Mithilfe der modularen Plattform sollen die neu entwickelten Verfahren getestet, evaluiert und genutzt werden. Darüber hinaus werden Showcases für verschiedene, branchenspezifische Anwendungen entwickelt. Dazu gehören u. a. die automatisierte Kuratierung von digitalen Archiven, smarte Exponate für Museen und Showrooms, ein intelligentes Autorensystem für das Storytelling, Tools für TV- und Medienredaktionen, Kuratierungstechnologien für biomedizinisches Wissen sowie Lösungen im Bereich Corporate Communication, wie beispielsweise automatisiertes Online Monitoring und intelligente Geschäftsprozessmodellierung.

Fraunhofer FOKUS leitet Teilprojekt »Corporate Smart Insights«

Im Teilprojekt »Corporate Smart Insights« entwickelt Fraunhofer FOKUS Basisinfrastrukturen und -Dienste. Die Wissenschaftler setzen für die semantische Erstellung, Extraktion, Analyse und Verwaltung von semantischem Wissen KI-Algorithmen ein. Die so gewonnenen Informationen können für die Entwicklung neuer Anwendungen genutzt werden. Die Vision der Fraunhofer-Forscher ist eine »Insight Driven Organisation«, bei der Unternehmen automatisch und mithilfe von intelligenten Kuratierungstechnologien erzeugtes Wissen für ihre Entscheidungen vielfach nutzen können. Einsatzgebiete sind z. B. strategische Risikoentscheidungen oder auch die Smarte Produktion.

»Unser Ziel ist es, dass Unternehmensentscheidungen zukünftig stärker wissensbasiert gefällt werden. Künstliche Intelligenz und intelligente Algorithmen können uns dabei helfen, bisher ungenutztes Wissen dafür nutzbar zu machen«, sagt Prof. Dr. Adrian Paschke, Leiter des Data Analytics Center bei Fraunhofer FOKUS.

Über QURATOR

QURATOR wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms »Unternehmen Region« für drei Jahre gefördert. Zu den zwölf Bündnispartnern gehören die Berliner Forschungszentren DFKI und Fraunhofer FOKUS sowie die Unternehmen 3pc, Ada Health, ART+COM, Condat, kreuzwerker, RiseML, Semtation, Ubermetrics, Wikimedia Deutschland sowie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Staatsbibliothek zu Berlin).