Digitalisierung Handwerk
Durch »Augmented Reality« können am Smartphone oder Tablet beliebige Objekte im realen Zimmer platziert werden.  izt/ Uwe Meurer

Digitalisierung des Handwerks erlebbar gemacht

News vom 12. Dez. 2018

Das Wissenschaftsjahr 2018 widmete sich ganz dem Thema »Arbeitswelten der Zukunft« und hatte zum Ziel, zu zeigen, wie soziale und technische Innovationen unseren Arbeitsalltag verändern. Fraunhofer FOKUS beteiligte sich zusammen mit Partnern im Projekt »DIGIHAND« am Wissenschaftsjahr und zeigte in einer Wanderausstellung, wie sich speziell das Handwerk durch die Digitalisierung verändert.

Seit Mai 2018 war die Ausstellung »DIGIHAND – Digitalisierung des Handwerks erleben« in Deutschland unterwegs. Letzte Station war bis gestern der Kreis Beckum-Warendorf. Insgesamt rund 1.000 Besucherinnen und Besucher haben sich u. a. in Düsseldorf, Remscheid und Heidelberg über die digitale Unterstützung von Handwerkern informiert.

Fraunhofer FOKUS hatte sich mit den Exponaten »Smart Learning – ein digitaler Lernbegleiter für die handwerkliche Bildung« und »Augmented Reality – Planung des Innenausbaus« an der Ausstellung beteiligt.

Das Exponat »Smart Learning« vom Geschäftsbereich FAME zeigte eine Software, die die Handwerker aktiv beim Lernen unterstützt. Smart bedeutet in diesem Fall, ähnlich wie beim Smartphone, dass sich die Lern-App an den Nutzerinnen und Nutzer und deren Bedürfisse anpasst. Anders als in einer statischen Lernumgebung wurde dafür ein Lernempfehlungssystem entwickelt, welches gezielt auf den erfassten Wissensstand reagiert und geeignete Empfehlungen zum Lernen anzeigt. So können Wissenslücken gezielt geschlossen werden und das prüfungsorientierte Lernen kann effizienter erfolgen.

Am zweiten Exponat, »Augmented Reality« vom Geschäftsbereich VISCOM, konnten sich die Besucherinnen und Besucher in die virtuelle Realität begeben. Unterstützt vom Smartphone war es ihnen so möglich, Wohnräume sowohl gestalterisch als auch technisch auszustatten. Die Vision des Fraunhofer-Forschungsteams ist es, dass der Innenausbau von Gebäuden zukünftig nicht mehr mit Zollstock und Wasserwaage sowie handgezeichneten Grundrissen erfolgt, sondern stattdessen ein Smartphone oder Tablet eingesetzt wird. Am Gerät können beliebige Objekte, wie z. B. Lichtschalter, Lampen, Regale, Bilder oder andere Möbel, intuitiv und räumlich direkt vor Ort im realen Zimmer bzw. Gebäude platziert werden. Per »Röntgenblick« sind in der digitalen Ansicht sogar bereits gelegte (oder geplante) Kabel und Rohre sichtbar. Die so gestalteten Räume können anschließend im digitalen Gebäudemodell abgespeichert und für alle weiteren Arbeiten genutzt werden.

Am Projekt sind neben Fraunhofer FOKUS auch das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, die Technische Universität Berlin sowie das Wuppertal Institut beteiligt. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).