»Digitale Schulinfrastruktur partizipativ gestalten«

Evaluation der Einführung digitaler Plattformen an Hamburger Schulen

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Ausgangslage & Aufgabe

Die Digitalisierung des Schulalltags ist mehr als eine technische Infrastrukturmaßnahme – sie verändert die Art und Weise, wie Lehrkräfte unterrichten, Schüler:innen lernen und Eltern am Bildungsprozess teilhaben. Mit der Einführung von IServ, Schuldock und IAM (Identity and Access Management) schafft die Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) der Freien und Hansestadt Hamburg eine integrierte digitale Plattform, die den Austausch zwischen allen Beteiligten optimieren und den Schulalltag nachhaltig digitalisieren soll.

Doch erfolgreiche Digitalisierung entsteht nicht durch Technologie allein. Sie braucht Akzeptanz, Verständnis und aktive Mitwirkung aller Nutzenden – von der Schulleitung über Lehrkräfte bis hin zu Schülerschaft und Eltern. Jede dieser Gruppen bringt unterschiedliche Erwartungen, Kompetenzen und Bedarfe mit. Während die einen sich digitale Werkzeuge wünschen, die Arbeitsprozesse erleichtern, sorgen sich andere um Datenschutz, Bedienbarkeit oder die Integration in bestehende Strukturen.

Lösungsansatz & Umsetzung 

Der methodische Ansatz umfasste mehrere Bausteine, die zusammen ein umfassendes Bild der Nutzungserfahrungen zeichneten. Eine Umfrage zur Usability erfasste quantitativ die Gebrauchstauglichkeit der Plattformen. Parallel dazu wurden Usability-Tests mittels der Methode des »Lauten Denkens« (Thinking Aloud) durchgeführt. Potenzielle Nutzende aus verschiedenen Schulkontexten navigierten durch die Systeme, während sie ihre Gedanken, Irritationen und Erkenntnisse unmittelbar verbalisieren konnten. Diese Tests legten konkrete Nutzungshürden offen – von kleinen Unklarheiten in der Benutzerführung bis hin zu Herausforderungen, die eine intuitive Nutzung erschweren. Die identifizierten Probleme wurden mittels Severity Rating klassifiziert: von kritischen Showstoppern, die sofortiges Handeln erfordern, bis hin zu weniger gravierenden Optimierungspotentialen. Ergänzend wurde eine Expertenevaluation nach relevanten Standards wie der DIN ISO 9241-110 durchgeführt.

Ein besonderer Fokus lag auf der Identifikation von Akzeptanzhürden: Welche Funktionen werden als hilfreich erlebt? Wo entstehen Reibungspunkte im Alltag? Welche Unterstützungsbedarfe werden deutlich? Die Erkenntnisse flossen direkt in die Weiterentwicklung des Implementierungsprozesses ein und trugen dazu bei, dass die technischen Lösungen an die tatsächlichen Bedarfe der Schulpraxis angepasst wurden.