Die von Fraunhofer FOKUS entwickelte digitale Kuppelprojektion setzt auf ein so genanntes autokalibrierendes Display, das die Bilder in Echtzeit, entsprechend den aktuellen technischen Gegebenheiten in der Kuppel, entzerrt, und so die oben erwähnten Justierungen überflüssig macht. Dabei wird mit Hilfe einer Kamera und Kalibrierungsbildern die Abbildung auf die Projektionsfläche abgestimmt. So können auch kleinste Ungenauigkeiten in der Entzerrung online berichtigt werden.
Technologie
Grundsätzlich ist die Größe der Kuppel, an die mit dem digitalen System von Fraunhofer FOKUS projiziert wird, beliebig skalierbar. Die Hardware besteht aus sieben handelsüblichen Rechnern und sechs Standard-Projektoren. Diese erzeugen sechs Teilbilder, fünf im Außenbereich und ein Bild in der Mitte der Kuppel. Die Entzerrung des Bildes wird mit der von Fraunhofer FOKUS entwickelten autokalibrierenden Software in Echtzeit durchgeführt. Diese Software sorgt gleichzeitig für ein nahtloses Blending. Die Teilbilder liegen also passgenau und ohne sichtbare Naht aneinander. Die von einem solchen Kuppelvideo abspielbare Auflösung beträgt 4000 × 4000 Pixel und höher und liegt damit über dem Wert des digitalen Kinos von 2048 × 4096 Pixel. Die Projektoren werden von einem PC-Cluster gesteuert, der aus einem Server und sechs Grafik-Clients besteht. Der Server übernimmt neben der Steuerung, Verteilung und Synchronisierung der Szene auch die Systemkalibrierung, Geometrieerkennung und Parameterbestimmung für die Geometrieverzerrung. Die eigentliche Bildvorverzerrung erfolgt für jedes projizierte Bild in Echtzeit auf den Clients. Zum Erstellen und Abspielen der Projektionsinhalte steht ein verteilter Show-Player zur Verfügung, der auf allen Rechnern parallel läuft. Ähnlich wie ein Video-Schnittprogramm ermöglicht er die Zusammenstellung einzelner Bestandteile, wie etwa Grafiken, Texte, Filme und Ton – allerdings ohne aufwändiges Erzeugen eines hochaufgelösten Videos, wie es bei einem Video-Schnittprogramm notwendig ist. Er steuert auch das synchrone Abspielen aller Einzelkomponenten, so dass das vollständige Berechnen des kompletten Videos vor der Vorführung entfällt.