Datenkompetenzzentrum QUADRIGA

15. Nov. 2023 bis 14. Nov. 2026

Problem/ Aufgabenstellung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sammeln, nutzen und erzeugen Daten. Die fortschreitende Öffnung der Wissenschaft erlaubt Forschenden zugleich den Zugriff auf eine wachsende Anzahl offener Forschungsdatensätze und ermöglicht es ihnen, die eigenen Forschungsdaten digital für die Nachnutzung bereitzustellen.

Diese neue Verfügbarkeit sehr großer Datenmengen erfordert umfassende Kompetenzen seitens der Forschenden: Das betrifft die Sicherstellung der Datenqualität und Fragen des Datenmanagements ebenso wie den Umgang mit Dateninfrastrukturen, Open-Data-Portalen sowie Datenwerkzeugen und -methoden. Hinzu kommt, dass digitale Data-Science-Methoden in den unterschiedlichen Disziplinen wie beispielsweise den Geisteswissenschaften oder der Verwaltungswissenschaft aktuell noch sehr unterschiedlich ausgeprägt und entwickelt sind.

Damit Forschende in ihrem wissenschaftlichen Alltag den Umgang mit digitalen Methoden erlernen können, braucht es anwendungsorientierte Bildungsangebote – und einen offenen Zugang zu Werkzeugen, Infrastrukturen und Lernressourcen. Notwendig sind darüber hinaus Räume, die den Austausch und die Vernetzung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untereinander fördern sowie Use Cases, die Einblick geben in den versierten und sicheren Umgang mit digitalen Daten.

Lösung/ Herangehensweise

Genau hier setzt Quadriga an. Das Datenkompetenzzentrum Quadriga vereint die vier Disziplinen Digital Humanities, Verwaltungswissenschaft, Informatik und Informationswissenschaft entlang der Datentypen Text, Tabelle und bewegtes Bild am Wissenschaftsstandort Berlin-Brandenburg. Acht Projektpartner (FU, HU & TU Berlin, Fachhochschule Potsdam, Filmuniversität Babelsberg, Gesellschaft für Informatik, Fraunhofer FOKUS) schaffen unter Leitung der Universität Potsdam Bildungsressourcen für einen souveränen Umgang mit digitalen Daten, Methoden und Werkzeugen – für Forschende aller Karrierestufen. Ziel ist es, eine gelebte digitale Datenkultur im Forschungsalltag zu verankern. Zugleich kreiert QUADRIGA Begegnungsorte für Gesellschaft, Politik und Verwaltung zur Erfassung, Aufbereitung, Nutzung und Analyse digitaler Daten.

Konkret sollen die Basisdisziplinen Informatik und Informationswissenschaft die Anwendungsdomänen Verwaltungswissenschaften und Digital Humanities zur Entwicklung digitaler Methoden für ihre spezifischen Fragestellungen und Datentypen befähigen. Das Quadriga-Konzept führt zu diesem Zweck sogenannte »Forschungs- und Lernorte« durch vielfältige »Vernetzungsorte« zusammen: Anhand von Fallstudien werden in den Forschungsorten relevante Datensätze, Standards und Methoden ermittelt und entwickelt. In den Lernorten werden daraus konkrete Bildungsangebote erstellt und durchgeführt. Das Ziel der Bildungsangebote ist, Forschenden disziplinnah Datenkompetenz in orts- und zeitunabhängiger Weiterbildung im »Quadriga Space« zu vermitteln (Quadriga Educational Resources). Diese Angebote sollen digital und offen konzipiert werden und domänenspezifisch den gesamten Datenlebenszyklus abbilden.

Die Vernetzungsorte bringen die Ergebnisse in die Breite und vermitteln zugleich zwischen allgemeinen datenwissenschaftlichen Prinzipien und ihrer Anwendung in den jeweiligen Domänen. Innovative Formate der Wissenschaftskommunikation und des Wissenstransfers ermitteln dazu wissenschaftliche und gesellschaftliche Bedarfe. So schafft QUADRIGA einen Ort der Kooperation und des Austauschs innerhalb der Wissenschaftsdisziplinen ebenso wie Begegnungsräume für Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft.

Fallstudien

Der Geschäftsbereich Digital Public Services von Fraunhofer FOKUS bringt seine Expertise zum Umgang mit offenen Daten und Kompetenzentwicklung in das Projekt ein. Im Rahmen der Forschungsorte entwickeln die Wissenschaftler:innen von Fraunhofer FOKUS gemeinsam mit Projektpartnern vier fallbezogene »Open Educational Ressources« (OERs) zu Standards, Methoden und Werkzeugen für den Datentyp Tabelle in der Verwaltungswissenschaft. Eine der Fallstudien, die als Grundlage für die OERs dient, befasst sich mit offenen Daten im urbanen Raum. Bei der Entwicklung der Fallstudien im Bereich der Verwaltungswissenschaften arbeitet Fraunhofer FOKUS eng mit der Fachgesellschaft Nationales E-Government-Kompetenzzentrum (NEGZ) zusammen.