Fraunhofer FOKUS eröffnet das SIRIOS Lab – Neue Maßstäbe in der Sicherheitsforschung

Mit der Eröffnung des SIRIOS Labs am 25. März 2026 setzt das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS einen neuen Standard für die Simulation, Visualisierung und Analyse komplexer Krisenszenarien. Das modernisierte Labor in Berlin erweitert das frühere Safety Lab um größere Visualisierungsflächen, immersive Medientechnik und ein flexibles Raumkonzept. Damit wird es eine deutschlandweit einzigartige Forschungs- und Demonstrationsumgebung für vernetzte Sicherheitssysteme.

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© Fraunhofer FOKUS / Marc Beckmann
Keynote-Sprecher v.l.n.r.: Prof. Dr. Karsten Homrighausen (Landesbranddirektor der Berliner Feuerwehr), Prof. Dr. Manfred Hauswirth (Institutsleiter Fraunhofer FOKUS), Staatssekretär Christian Hochgrebe (Staatssekretär für Inneres des Landes Berlin), Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka (Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft).

Ob das verheerende Hochwasser im Ahrtal, der großflächige Stromausfall in Berlin oder Extremwetter in weiten Teilen Deutschlands – die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie verwundbar unsere Gesellschaft in Krisensituationen ist. Mit der Eröffnung des SIRIOS Labs macht Fraunhofer FOKUS die Vision des Fraunhofer-Zentrums SIRIOS, einem Zusammenschluss der Fraunhofer-Institute EMI (Freiburg), FOKUS (Berlin), IOSB (Karlsruhe) und IVI (Dresden) im Bereich der Sicherheitsforschung, konkret erfahrbar und komplexe Sicherheitsszenarien in einer simulierten Systemumgebung ganzheitlich erlebbar – vom Ausfall kritischer Infrastrukturen über Evakuierungsmaßnahmen bis hin zur Krisenkommunikation.

SIRIOS steht dabei für die »Sicherheit soziotechnischer Systeme«, d. h. das sichere Zusammenspiel von Menschen und Technologien in unserer modernen Gesellschaft. Mithilfe digitaler Gebäude- und Infrastrukturzwillinge, gekoppelter Simulationen und interaktiver Visualisierungen entsteht eine Umgebung, in der Einsatzorganisationen, Verwaltung, Wissenschaft und Betreiber kritischer Infrastrukturen neuartige Methoden und Technologien realitätsnah testen können.

Programmatische Impulse zur Eröffnung

Zum Auftakt der Veranstaltung mit rund 30 geladenen Gästen betonte Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft: »Die Steigerung der Resilienz von Wirtschaft und Gesellschaft ist ein zentrales Ziel unserer Forschung. Fraunhofer vereint ein breites Spektrum an Fachexpertisen, um basierend auf unterschiedlichsten technologischen, gesellschaftswissenschaftlichen und ökonomischen Methoden das Forschungsfeld Resilienz voranzubringen. Es muss uns bewusst sein, dass Resilienz nicht im Moment der Krise entsteht, sondern durch das Verstehen kritischer Abhängigkeiten, vorausschauende Forschung und gemeinsame Vorbereitung. Genau hier setzt dieses Labor an: Es schafft einen Raum, in dem wir Risiken transparent machen, robuste Handlungsoptionen entwickeln und das Zusammenspiel aller Akteure realitätsnah erproben können. Resilienz ist die Voraussetzung für Sicherheit – und Sicherheit die Grundlage für eine souveräne und funktionierende Gesellschaft. Mit dem SIRIOS Lab leisten wir dafür einen entscheidenden Beitrag.«

In der Begrüßung durch Prof. Dr. Manfred Hauswirth, Institutsleiter von Fraunhofer FOKUS, wurde deutlich: Das neue Labor wird ein zentraler Baustein für den interdisziplinären Austausch. Hauswirth erläutert: »Im SIRIOS Lab machen wir komplexe Sicherheitslagen durch modernste Simulationen transparent und analysierbar – von kritischen Abhängigkeiten bis hin zu dynamischen Informationsflüssen. Gleichzeitig schaffen wir eine realitätsnahe Trainingsumgebung, mit der wir die Aus- und Weiterbildung von Sicherheits- und Rettungskräften gezielt stärken und sie besser auf vernetzte Krisenszenarien vorbereiten.«

Christian Hochgrebe, Staatssekretär für Inneres des Landes Berlin: »Das SIRIOS Lab in Berlin ist ein Meilenstein für die öffentliche Sicherheit. Es ermöglicht uns, komplexe Krisenszenarien realitätsnah zu simulieren, die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Verwaltung und Einsatzkräften zu verbessern und Gefahren frühzeitig zu erkennen. Das Labor hilft uns, gezielt Maßnahmen zu entwickeln, mit denen wir die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner nachhaltig erhöhen.«

Prof. Dr. Karsten Homrighausen, Landesbranddirektor der Berliner Feuerwehr, richtete den Blick auf die operative Ebene: »Für Einsatzkräfte zählt jede Sekunde – und jedes Detail. Simulationen wie im SIRIOS Lab ermöglichen es uns, Abläufe zu trainieren, Entscheidungen zu verbessern und gemeinsam resilienter zu werden, bevor der Ernstfall eintritt.«

Das SIRIOS Lab: Sicherheit erlebbar machen

Ein zentrales Highlight der Eröffnung war die Präsentation eines Krisenszenarios durch Prof. Dr. Ulrich Meissen, Leiter des Geschäftsbereichs Vernetzte Sicherheit bei Fraunhofer FOKUS.
Im SIRIOS Lab werden derartige Szenarien realitätsnah visualisiert – Besucher erleben immersiv, wie Leitstellen, Sensorik, Einsatzkräfte und Bevölkerung im Ernstfall zusammenwirken müssen.

Die Ausstellungsbereiche des Labs repräsentieren zentrale Stakeholder der öffentlichen Sicherheit und zeigen interaktiv, wie rechtliche, organisatorische und technische Komponenten ineinandergreifen. Das Labor integriert kontinuierlich neue Forschungsergebnisse und erlaubt es, Endanwenderfeedback aus Übungen und Workshops direkt in die Weiterentwicklung einzubeziehen.

Diskussion: »Gemeinsam krisenfest«

Zum Abschluss diskutierten Vertreter zentraler Organisationen in einer Podiumsdiskussion, moderiert von Daniel Hiller (Fraunhofer EMI), über die Zukunft eines vernetzten Bevölkerungsschutzes. Auf dem Podium debattierten Klaus-Dieter Büttgen (THW), Andrej Philippi (KKI e. V.), Prof. Dr. Manfred Hauswirth (Fraunhofer FOKUS) und Oberst Urs Zimmermann (Landeskommando Berlin). Im Fokus standen die Herausforderungen vernetzter Krisenlagen und die Frage, wie digitale Simulationen und gemeinsame wissenschaftlich fundierte Experimentierräume – wie das SIRIOS Lab – föderale Strukturen stärken können.

Prof. Dr. Ulrich Meissen, Leiter Geschäftsbereich Vernetzte Sicherheit am Fraunhofer FOKUS, präsentiert Demo im SIRIOS Lab bei der Eröffnung im März 2026
© Fraunhofer FOKUS / Marc Beckmann
Paneldiskussion zur Eröffnung des SIRIOS Labs v.l.n.r.: Andrej Philippi (Geschäftsführer Kompetenzzentrum Kritische Infrastrukturen e. V.), Oberst Urs Zimmermann (Leiter Bezirksverbindungskommando Senat, Landeskommando Berlin), Daniel Hiller (Geschäftsfeldleiter Sicherheit und Resilienz am Fraunhofer EMI), Klaus-Dieter Büttgen (Leiter Stabsstelle Forschung und Innovationsmanagement bei der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk), Prof. Dr. Manfred Hauswirth (Institutsleiter Fraunhofer FOKUS).
© Fraunhofer FOKUS / Marc Beckmann
v.l.n.r.: Daniel Hiller (Fraunhofer EMI), Andrej Philippi (KKI e.V.), Geschäftsführer beim Kompetenzzentrum Kritische Infrastrukturen e. V. Oberst Urs Zimmermann, Leiter Bezirksverbindungskommando Senat, Landeskommando Berlin, Prof. Dr. Manfred Hauswirth (Institutsleiter Fraunhofer FOKUS), Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka (Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft), Prof. Dr. Karsten Homrighausen (Landesbranddirektor der Berliner Feuerwehr), Klaus-Dieter Büttgen (THW), Leiter der Stabsstelle Forschung und Innovationsmanagement bei der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk.
© Fraunhofer FOKUS / Marc Beckmann

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