Urbanite

Mit Big Data und Algorithmen urbane Mobilität organisieren

31. März 2020 bis 31. März 2023

Städte und urbane Räume stehen vor einer Revolution der Mobilität. Der Wandel vom Besitzen zum Teilen von Fahrzeugen definiert den Individualverkehr neu, Carsharing ist auf dem Vormarsch und Elektroroller sind ebenso wie Leihräder Teil des städtischen Alltags geworden. Es entstehen neue, disruptive Geschäftsmodelle. Zugleich werden E-Scooter in Fußgängerzonen zum Sicherheitsrisiko, traditionelle Taxiunternehmen streiken und der Aufbau elektrischer Ladestationen muss mit der wachsenden Nachfrage nach öffentlichen Parkplätzen in Einklang gebracht werden.

All diese Entwicklungen fordern von den öffentlichen Verwaltungen, städtische Mobilität neu zu organisieren. Sie benötigen Mittel, um diese Transformation besser zu verstehen und zu gestalten. Neue Technologien wie Big Data Analytics, prädiktive Algorithmen und Entscheidungsunterstützungssysteme bieten vielversprechende Lösungsmöglichkeiten. Die Einführung dieser Technologien erfordert jedoch zwischen allen beteiligten Akteuren, sich sorgfältig abzustimmen und Interessen zu verhandeln.

Ziel von URBANITE ist es, ein langfristig funktionierendes Modell für nachhaltige Stadtentwicklung mit Schwerpunkt Mobilität zu entwickeln. Eine Datenverwaltungsplattform und Algorithmen für die datengesteuerte Entscheidungsfindung sollen dabei unterstützen, aus heterogenen Quellen Daten zu sammeln, Wissen zu extrahieren, Lösungen zu simulieren sowie Verhaltensweisen zu antizipieren und unvorhergesehene Folgen abzugrenzen. Das Modell wird in Zusammenarbeit mit Bürgerinnen und Bürgern, öffentlichen Verwaltungen sowie Anbietern von Mobilitätsdiensten entwickelt und durch reale Anwendungsfälle in den Städten Amsterdam, Bilbao, Helsinki und Messina validiert.

Im Rahmen des Projekts entstehen Empfehlungen, Entscheidungshilfen und Toolkits, die für die öffentliche Verwaltung bereitgestellt werden. Die zentralen Fragestellungen: Wie stehen Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter von Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft den neuen Technologien gegenüber, welche Auswirkungen erwarten sie und welches Vertrauen setzen sie in die Technologien? Die Ausarbeitung erfolgt in drei Phasen:

1: Die beteiligten Akteure definieren die Herausforderungen, die urbane Mobilität mit sich bringt.

2: Es werden verschiedene Algorithmen und Modelle entwickelt.

3: Gewonnene Erkenntnisse werden in praktische Richtlinien und Entscheidungshilfen umgesetzt.

Fraunhofer FOKUS ist hauptverantwortlich für die Entwicklung der Datenverwaltungsplattform. Das Konsortium des Projekts umfasst elf Partner aus sechs Europäischen Ländern und wird von „Tecnalia Research and Innovation“ geleitet. Das Projekt wird vom Horizon 2020 Programm der Europäischen Union finanziert und läuft unter der Projektnummer 870338 bis März 2023.