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Dr.-Ing. Ilja Radusch
Leiter
Geschäftsbereich ASCT
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RealLabHH

01. Apr. 2020 bis 31. Dez. 2021

Im Reallabor Hamburg (RealLabHH) soll die Mobilität von morgen im Hier und Jetzt einer Metropole erprobt werden und darauf aufbauend eine Blaupause für die digitale Mobilität der Zukunft entstehen. Die gesellschaftliche Debatte zu digitalen Mobilitätsservices steht dabei im Zentrum, um wichtige Erkenntnisse darüber zu liefern, welche Ansätze sich in der Praxis bewähren. Die geplanten elf Teilprojekte des RealLabHH reichen vom Mobilitätsbudget anstelle eines Dienstwagens über die Schaffung einer anbieterunabhängigen Mobilitätsplattform bis hin zu Lösungen für besonders schutzbedürftige TeilnehmerInnen im Straßenverkehr. Unter der Konsortialführerschaft der Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) ist dabei die kontinuierliche und umfassende Einbeziehung der Bürger*innen vorgesehen. Auf dem ITS-Weltkongress 2021 werden die Ergebnisse des RealLabHH präsentiert. Unterstützt vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ist die Freie und Hansestadt Hamburg Gastgeber des weltweit größten Kongresses für intelligente Verkehrssysteme und Services (ITS), welcher vom 11. bis 15. Oktober 2021 stattfindet. Das Projekt des RealLabHH geht auf die Initiative der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) zurück, läuft bis Ende 2021 und wird vom BMVI mit rund 20,5 Millionen Euro gefördert.

Warnung vor Kollisionen und Hindernissen

Neben der Fortbewegung zu Fuß und per Rad leistet die elektrifizierte Mikromobilität, also E-Scooter oder Elektro-Fahrräder, einen wertvollen lokalen Beitrag für die emissionsfreie Mobilität in der Stadt. Diese Verkehrsteilnehmer sind im Vergleich zu Personen im Auto, Bus oder LKW einem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt – im Englischen nennt man diese Gruppe »vulnerable road users« (VRU). Deshalb steht bei der integrierten Lösung von Fraunhofer FOKUS die Steigerung der Verkehrssicherheit für die VRU im Vordergrund. Der Dienst soll zum Beispiel den Nutzer oder die Nutzerin vor einer Kollision mit einem anderen Verkehrsteilnehmer oder Hindernis auf dem eigenen Smartphone warnen. Zentraler technologischer Baustein dafür ist eine hochgenaue Lokalisierung, die bisher für jede App und jeden Smartphone-Typ einzeln entwickelt und getestet werden muss.

Das Fraunhofer-Forschungsteam des Geschäftsbereichs Smart Mobility verarbeitet die Smartphone-Sensorik zur Bestimmung der Position und Ausrichtung mithilfe von Mobile Edge Computing, einer Cloud-Infrastruktur, die nah am Mobilfunknutzer angebunden ist. Dieser »Location-as-a-Service (LaaS)« Dienst kann dann für Applikationen, wie den Gefahrenwarner oder einen Ampelphasen-Assistenten (Green Light Optimal Speed Advisory – GLOSA) genutzt werden. Eine Herausforderung hierbei ist im Vergleich zur Lokalisierung eines Autos, dass sich beim Fahrrad oder Scooter das Smartphone an unterschiedlichen Orten befinden kann – z.B. am Lenker oder in der Hosentasche – und ggf. große Lenkbewegungen die Lokalisierung erschweren. In einem nächsten Schritt sollen auch Sensordaten von Fahrzeugen in der Umgebung, z. B. von Kameras und Laserscanner, mit einbezogen werden, um die Präzision weiter zu verbessern.