Tag 1: VHPready-Fachtagung »Vernetzung dezentraler Energiesysteme in der Praxis – VHPready 4.0 als gemeinsamer Nenner der Marktakteure«

Die detailierte Programmübersicht zu Tag 1 entnehmen Sie bitte folgendem Link: VHPready-Fachtagung Programm Überblick

Tag 2: IT4Energy-Workshop »Dezentrale Energiesysteme in der Gebäude- und Wohnungswirtschaft«

TAG 2 – 13. NOVEMBER 2015

09:00 – Registrierung, Frückstücks-Snacks, Besuch der Fachausstellung

09:20 Eröffnung

Begrüßung der Teilnehmer

BLOCK 1 – AUFGABEN, POTENZIALE UND HERAUSFORDERUNGEN AUS VERBANDSSICHT

09:30–10:00

Smart Meter und Mieterstrom – Was wollen die Verbraucher?

Niels Schnoor, Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

– Was gibt es für Hürden und Chancen?
– Gesetzliche Richtlinien – Handlungsbedarf
– Was ist zu tun, um an der Energiewende zu partizipieren? – Nutzen von Smart Metering auf Haushaltsebene
10:00–10:30

Strategische Einordnung dezentraler Energiesysteme bei der Wohnungswirtschaft

Dr. Ing. Ingrid Vogler, GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.

– Heizung / Warmwasser / Kraft-Wärme-Kopplung / Quartierstrom – Verhältnis dezentraler und zentraler Lösungen
10:30–11:00

Energetische Aspekte der gewerblichen Gebäudewirtschaft

Ernst Panse, DER MITTELSTANDSVERBUND – ZGV e.V.


– Kurzvorstellung MITTELSTANDSVERBUND
– Unterscheidung nach Klassifizierung der Unternehmen

– Für KMUs: Erfahrungen aus dem Projekt „Mittelstand für Energieeffizienz“
– Für Nicht-KMUs: Energieaudits: Gesetzliche Vorschriften (EDL-G), Erfahrungen
– Zusammenfassung

Der Vortrag widmet sich neben der Vorstellung des MITTELSTANDSVERBUNDs der Fragestellung, welche Erfahrungen zum Thema Energieeffizienz für KMUs konnten im Projekt: "Mittelstand für Energieeffizienz" gesammelt werden, und welche energetischen Aspekte - insbesondere nach EDL-G - sind für nicht-KMU zu beachten.

11:00-11:30 – KAFFEEPAUSE, BESUCH DER FACHAUSSTELLUNG

BLOCK 2 – AUFGABEN, POTENZIALE UND HERAUSFORDERUNGEN AUS VERSORGER- UND ENERGIEDIENSTLEISTERSICHT

11:30-12:00

Was bedeuten die dezentralen Systeme für das Stromnetz in der Praxis?

Gerhard Bressler, Stromnetz Berlin GmbH

– Bedeutung der Integration von dezentralen Erzeugungsanlagen für Berlin
– Welche technischen und vertraglichen Herausforderungen haben Quartierstromprojekte?
– Erfahrungen bei der Anschlusserstellung für BHKW-Projekte
– Ausblick zur zukünftigen Rolle der dezentralen Energiesysteme in der Energiewende
Die Energiewende ist in Deutschland auf dem Weg der Umsetzung ein gutes Stück vorange-kommen. Die Zusammensetzung des Erzeugungsparks zu verschiedenen Tages- und Jah-reszeiten variiert sehr stark. Auch zeigt sich, das die Zahl der Akteure inzwischen riesig groß geworden ist. Dies stellt alle Teilnehmer vor Herausforderungen, da das System zu jeder Zeit im Gleichgewicht gehalten werden muss.
Die Situation in Berlin folgt dem bundesweiten Trend, allerdings mit anderen Schwerpunkten und anderen Techniken. Auch hier werden die ersten Wechselwirkungen mit der bestehenden Netzstruktur sichtbar. Um ein betriebswirtschaftliches Optimum zu finden, wird in sogenann-ten Quartierstrommodellen der dort erzeugte Strom aus dezentralen Anlagen zum Teil an die Mieter weiterverkauft. Welche Praxiserfahrungen haben wir beim Anschluss dezentraler Er-zeuger gemacht? 
Um die Energieversorgung auch nachhaltig regenerativ zu prägen, bietet sich die Weiterlei-tung von auf dem Land erzeugtem Windstrom in die Städte an und die dortige Verwendung zum Beispiel in Raumwärmeanwendungen. Welche Konzepte gibt es hierzu?
12:00-12:30

Energiedienstleistungsmodelle für die Errichtung und den Betrieb von Blockheizkraftwerken in der Wohnungswirtschaft

Oliver Zernahle, Berliner Energieagentur GmbH

– Chancen und Grenzen in der dezentralen Objektversorgung
– Rechtliche Rahmenbedingungen / ökologische Potenziale
– Best Practice: Erfahrungen mit realisierten Projekten

12:30-13:30 – MITTAGSPAUSE, BESUCH DER FACHAUSSTELLUNG

BLOCK 3 – THEORIE & PRAXIS

13:30-14:00

Ganzheitliche energetische Sanierung von Wohnquartieren

Taco Holthuizen, eZeit Ingenieure GmbH

– Energetische Sanierung oder Neubau von Wohnquartieren: Vom Konsumenten zum Prosumer
– Energetisch optimierte Wohnquartiere der Zukunft: Konsument, Produzent, Netzstabilisator
Seit 2013 wird die in den 30er Jahren als Gartenstadt für junge Familien konzi-pierte Wohnanlage Lichterfelde Süd (841 WE) der Märkischen Scholle eG umfas-send saniert. Ab 2016 soll in der Wohnsiedlung Himmel auf Erden in Mahlow (ca. 861 WE) das Heizsystem modernisiert werden.
Am Beispiel der beiden Sanierungen wird aufgezeigt, wie zwei Wohnanlagen durch ein nachhaltiges Energiekonzept auf der Basis regenerativer Energien Un-abhängigkeit von den Energiepreisen erreicht, ohne dem Dämmwahn zu verfallen. Realisierbar ist dies über ein Gesamtsystem, das gebäudeübergreifend jeweils Gebäudehülle und -technik integriert betrachtet. Die Energiequellen sind u.a. die Sonne, die Wärmerückgewinnung aus der Abluft, thermische Erdspeicher (Lich-terfelde Süd) sowie Gas (Mahlow).  Im Mittelpunkt steht der dynamische Ener-giemanager (DEM), eine zentrale Steuerungs- und Regelungstechnik. Über ihn als Informationssystem werden über Klimadaten thermische und elektrische Lasten und Kapazitäten im Gebäude ermittelt und gesteuert. Der DEM ist somit Basis für das Grundlastenmanagement eines Gebäudes, sowie systemrelevanter Baustein für die thermische und elektrische Vernetzung von Gebäuden zu einem Smart Grid. Damit kann der wichtigste Kritikpunkt einer dezentralen Energieversorgung gelöst werden.
Ein Gebäude bzw. ein Quartier auf Basis kurz- und langfristiger Speicher kann stabilisierend im Stromnetz eingebunden werden und Regelenergie zur Verfügung stellen. Bei Stromüberschuss kann kurzfristig Strom in thermische Energie um-gewandelt und gespeichert werden (power to heat). Bei Stromunterdeckung können z.B. Wärmepumpen zeitlich begrenzt abgestellt werden, da über das Grundlastmanagement des DEM eine sichere Wärmeversorgung garantiert wird. Damit lassen sich ep -Werte weit unter 0,1 erreichen.
Die Gebäudewirtschaft ist nicht mehr nur Konsument von Energie, sie wird Pro-duzent und stellt Speicherkapazitäten zur Verfügung. Als Prosumer eröffnen sich ihr neue Marktchancen.
14:00-14:30

Innovative Energiekonzepte für Gebäude

Prof. Dr. Christoph Nytsch-Geusen, UdK Berlin / TU Berlin

– Energiekonzepte für Einzelgebäude und Stadtquartiere
– Nutzung erneuerbarer Energien zum Heizen und Kühlen
– Modellierung & Simulation von Gebäudeenergiesystemen

Bei innovativen Energiekonzepten für Einzelgebäude und Stadtquartiere müssen die Energiebedarfe der Baukörper und die Gebäudetechnologien, die zur Energieversorgung und Energieproduktion herangezogen werden, sorgfältig aufeinander abgestimmt werden. Insbesondere wenn die Nutzung erneuerbarer Energien hierbei eine wesentliche Rolle spielt ist eine präzise Modellierung & Simulation dieser "Gebäudeenergie-Systeme" zu ihrer Strukturfindung, Auslegung und Optimierung zielführend. Der Vortrag demonstriert am Beispiel von Energiekonzepten für Einzelgebäude und Stadtquartiere dieses methodische Vorgehen.
14:30-15:00

Datenzentrierte modulare Gebäudeautomatisierung im Internet der Dinge

Dr. Marc Oliver Pahl, TU München

– Datenrepräsentation
– Modularisierung
– Serviceorientierung
– Crowdsourcing / Kooperatives verteiltes Entwickeln von Software
In unserer täglichen Umgebung lässt sich immer mehr Funktionalität fernsteuern. Offensichtliche Beispiele sind Geräte, die sich per Smartphone ansteuern lassen, wie Lampen, Fernseher oder Waschmaschinen. Aber auch viele Geräte ohne eigene Smartphone App erlauben Fernsteuerung — direkt oder mithilfe von Zusatztechnologie. Dazu zählen beispielsweise Heizungsanlagen.
Die Möglichkeit zur Fernsteuerung ermöglicht es, Programme zu schreiben, die komplexe Management-Aufgaben implementieren. Ein solches Programm könnte beispielsweise Zielkonfigurationen für die Geräte in einem Raum speichern und dann automatisch erkennen, wenn ein Film geschaut werden soll, und die Jalousien, die Beleuchtung und das Audiosystem entsprechend einrichten. Neben dem damit erreichten höheren Level an Komfort lassen sich auch andere Ziele als Algorithmen in Programmen abbilden, wie zum Beispiel das Einsparen von Energie. Mit bestehender Technologie ist dies heute nur bedingt möglich. In meinem Vortrag beleuchte ich, welche softwaretechnischen Entwicklungen helfen können, dass wir in Zukunft unsere physikalischen Umgebungen einfach durch Softwareprogramme orchestrieren können.
15:00-15:30

Ziele und Zwischenergebnisse des EU-Projekts „Building as a Service“ (BaaS)

Dipl.-Inform. Michael Christmann / Dipl.-Ing. Peter Michael Schmidt, Kieback&Peter GmbH

– Die Rolle der Gebäudeautomation in Virtuellen Kraftwerken
– BaaS: Eine serviceorientierte Plattform integriert Erzeuger und Verbraucher
– Projekt-Ziele, aktueller Stand, Ausblick
Neubauten werden in zunehmendem Maß mit Automatisierungssystemen ausgestattet, Bestandsbauten nachgerüstet. Die Automation der Gebäude geschieht heute allerdings durch weitgehend unabhängige und voneinander getrennte Systeme, es erfolgt keine Integration der Gewerke in ein gemeinsames Systemkonzept. Weiterhin verändern sich Gebäude und ihre Nutzung im Laufe der Zeit: Ohne kontinuierliche Anpassung der Gebäudeautomation führt dies zu merklichen Einbußen bei Energieverbrauch und Komfort.  
Das Projekt Building as a Service (BaaS) entwickelt vor diesem Hintergrund eine offene Referenzplattform für domänenübergreifenden Management-, Kontroll- und Mehrwertdienste. Die Plattform wird die Einbindung vorhandener Teilsysteme und die Entwicklung neuer, generischer Dienste und deren kostengünstige Inbetriebnahme unterstützen. Ist die BaaS-Plattform im Gebäude etabliert, kann die Automatisierung dieses Gebäudes über seine gesamte Nutzungsdauer kontinuierlich optimiert werden.
Der Vortrag gibt einen Überblick über den aktuellen Stand des Projekts und diskutiert mögliche Anwendungsszenarien.
15:30-16:00

WaveSave - Optimierung dezentraler Energieerzeugung in Gebäuden

Dr. Armin Wolf, Fraunhofer FOKUS

– Optimierung bereits bei der Projektierung der Energiesysteme
– Wirtschaftlicher, nutzerzentrierter und netzverträglicher Betrieb
– Modelle und Prognosen als wesentliche Grundlage der Entscheidungsfindung
Strategisches Ziel von WaveSave ist die Unterstützung einer nachhaltigen, ressourcenschonenden und wirtschaftlichen Nutzung von Energiesystemen zur dezentralen Strom- und Wärmeversorgung in Gebäuden. Dazu werden geeignete Planungs- und Steuerungstechniken entwickelt, um Energiesystemkomponenten bereits bei der Projektierung für den späteren Betrieb hinsichtlich der genannten Kriterien optimal aufeinander abzustimmen. Die erforderlichen Entwurfsentscheidungen für einen integrierten, interoperablen, ökologischen und ökonomischen Betrieb von Solar-Anlagen, Energiespeichern, Blockheizkraftwerken, Wärmepumpen, etc. durch eine angepasste Gebäudeautomatisierungstechnik zu unterstützen, ist daher ein Schwerpunkt des Projekts.  
Darüber hinaus sollen innovative Managementlösungen zur integrativen Steuerung von dezentralen Energiesystemen in der Gebäudeautomatisierung entstehen. Da sich die charakteristischen Parameter der unterschiedlichen Komponenten im laufenden Betrieb ändern können, ist die Entwicklung einer adaptiven Betriebsführung ein weiteres Ziel des Vorhabens.
Der Vortrag gibt einen Überblick über die Ziele des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens, dessen Partner und deren Rollen im Projekt sowie über den aktuellen Stand der Arbeiten und die nächsten Schritte.

16:00 – KAFFEE UND KUCHEN, MÖGLICHKEIT ZUM AUSTAUSCH UND NETZWERKEN, VERANSTALTUNGSENDE