Industriewasser 4.0
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Digitale Vernetzung für Industriewasser

News vom 05. Juli 2018

Industriewasser ist als Kühl- oder Lösemittel, Reagens- oder Produktbestandteil von integraler Bedeutung für die Prozesse der Chemieproduktion. Da auch die Prozessindustrie zunehmend flexibler und digitaler wird, stellt sich somit die Frage nach den Auswirkungen der Digitalisierung auf das Wassermanagement in diesem Industriezweig. Antworten dazu liefert das DECHEMA-Positionspapier »Industriewasser 4.0«, an dem auch Fraunhofer FOKUS mitgewirkt hat.

Die Digitalisierung wirkt sich in Deutschland auf alle Zweige der Industrie und damit auch auf die Prozessindustrie – beispielsweise für Chemie, Stahl, Glas und Keramik – aus. Dort führt die derzeitige Entwicklung vor allem dazu, dass die Produktion zunehmend flexibilisiert und vernetzt wird, um zum Beispiel kleinere Losgrößen bis hin zum personalisierten Produkt anbieten zu können. Im Zuge dessen muss auch die industrielle Wasserwirtschaft flexibler und vernetzter werden, die derzeit noch keinen vergleichbaren Digitalisierungsgrad erreicht hat.

Das Konzept »Industriewasser 4.0« verbindet Industrie 4.0 und Wasser 4.0 und zielt auf drei wesentliche Punkte ab. Zum einen soll die industrielle Wasserwirtschaft selbst digitalisiert werden. Außerdem sind eine enge Verzahnung mit der Digitalisierung der industriellen Produktion sowie die Verknüpfung mit einer digitalisierten kommunalen (Ab-)Wasserwirtschaft und dem Wasserressourcenmanagement erstrebenswert. Das DECHEMA-Papier »Industriewasser 4.0« beschreibt all diese Ebenen im Detail und listet Potenziale und Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen und Handlungsbedarf auf. Es wurde von Experten aus Industrie und Forschung erarbeitet.

Fraunhofer FOKUS war mit der Expertise zur digitalen Vernetzung und zum Thema Industrial IoT beteiligt, um Potenziale und Handlungsbedarf bei der Digitalisierung der industriellen Wasserwirtschaft zu erfassen. Institutsleiter Prof. Dr. Manfred Hauswirth erläutert dazu: »Industrie und Gewerbe verbrauchen in Europa mehr als die Hälfte des Wasser. Digitale Vernetzung kann hier für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit sorgen. Wie diese Chance genutzt werden kann, beschreiben wir im Positionspapier.«

Die DECHEMA e.V. vertritt als gemeinnützige Fachgesellschaft mit über 5.800 Einzel- und Fördermitgliedern die chemische Technik und Biotechnologie in Deutschland in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.