ASCT Drive2X
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Europa ist bereit für den Roll-Out kooperativer Fahrsysteme

News vom 16. Juli 2014

Das EU-Projekt DRIVE C2X stellte heute in Berlin die finalen Ergebnisse seiner internationalen Feldtests vor – das Resultat: Europa ist bereit, um kooperative Fahrsysteme in den Markt zu bringen. An sieben europäischen Teststellen wurde bewiesen, dass nicht nur die technischen Voraussetzungen für eine europaweite Einführung stimmen, sondern kooperative Fahrsysteme auch zu mehr Sicherheit und Effizienz im Straßenverkehr führen.

 

Fraunhofer FOKUS war auf vielfältige Weise in das Projekt involviert – neben der Entwicklung von zwei C2X-basierten Applikationen verantwortete FOKUS das gesamte In-vehicle HMI und stellte eine Laborumgebung zur Verfügung, die den Entwicklern bei der Entwicklung und Optimierung der Softwarekomponenten unterstützt. Dreieinhalb Jahre lang testeten mehr als 750 Fahrer auf Teststellen in ganz Europa acht Anwendungen für kooperatives Fahren. 34 vollwertige Partner und 13 Unterstützer sind an dem von der Daimler AG koordinierten 18,2-Millionen-Euro-Projekt beteiligt mit dem Ziel, die Grundlagen für kooperatives Fahren in Europa aufzubauen. FOKUS entwickelte für DRIV C2X eine „Slow Vehicle Warning“- und eine „Emergency Vehicle Warning“-App, die beide auf Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation basieren. Der Fahrer wird so rechtzeitig vor einem ungewöhnlich langsam fahrenden Fahrzeug gewarnt, um etwa einen Auffahrunfall zu vermeiden (Slow Vehicle Warning) oder kann rechtzeitig ausweichen, wenn Kranken- oder Polizeiwägen die Fahrbahn benötigen. Die Einsatzwägen senden dann frühzeitig Nachrichten aus, die im Cockpit der Fahrzeuge im Umkreis als Warnung ausgegeben werden.

Mit solchen und ähnlichen sicherheitstechnischen Anwendungen ausgestattet, fuhren in den vergangenen Jahren mehr als 200 Testfahrzeuge über 1,5 Millionen Kilometer und zeigten dabei eine fehlerfreie Performance und hohe Nutzerakzeptanz bei 9 von 10 Tests. Die größte Wirkung ging von Geschwindigkeitswarnungen und Wetterwarnungen aus, die den Fahrer frühzeitig alarmierten. So könnten laut Testergebnissen durch Geschwindigkeitswarnungen im Auto 23 Prozent der Todesfälle und 13 Prozent der Verletzten vermieden werden, wenn alle Autos mit den Warnsystemen ausgestattet wären. Die Testnutzer gaben außerdem an, durch die Anwendungen deutlich sicherer und stressfreier gefahren zu sein. Da eine hundertprozentige Durchdringung des Marktes eher unwahrscheinlich ist, haben die Forscher von FOKUS die Simulations- und Bewertungsumgebung VSimRTI entwickelt, die den Effekt von kooperativen Systemen bei niedriger Verbreitung ermittelt. Auch hier war das Ergebnis positiv - der Einsatz zahlt sich also in jedem Fall für die Sicherheit der Fahrer und Verkehrsteilnehmer aus.