ESWT (Extrakorporale Stoßwellentherapie)

01. Mai 2010 bis 31. Mai 2014

Ultraschall wird in der Medizin längst nicht mehr nur zur Diagnose eingesetzt. Die Schallwellen sind auch dazu geeignet, Tumore zu zerstören, die normalerweise operativ entfernt werden müssten. Das Tumorgewebe wird dabei durch gebündelte Ultraschallstrahlen innerhalb von kürzester Zeit auf über 60 Grad erhitzt und so in mehreren Sitzungen nach und nach vollständig zerstört. Die Patienten liegen während der Ultraschall-Behandlung in einem Magnetresonanz-Tomographen (MRT). Dieser übermittelt 3-D-Bilder an die Ärzte, damit sie wissen, wohin genau die Ultraschall-Strahlen geschickt werden müssen. Das Problem dabei: Durch die Atmung verschieben sich Organe im Bauch sehr stark. Und das ist gefährlich, denn wenn die Ärzte den Brennpunkt des Ultraschalls nicht an genau der richtigen Stelle fokussieren, kann es sein, dass versehentlich das umliegende, gesunde Gewebe verletzt wird.

VISCOM arbeitet daher im Projekt ESWT (Extrakorporale Stoßwellentherapie) zusammen mit den Fraunhofer-Instituten MEVIS, EMI, ITWM und SCAI an der Entwicklung von neuen Technologien, um die fokussierte Ultraschalltherapie sicherer und schonender zu machen. VISCOM entwickelt dabei eine Software, die berechnen kann, wie sich die Organe während der Atmung bewegen. Dazu werden die während der Therapie aufgenommenen MRT-Bilder verarbeitet und die Bewegung der relevanten Körperstrukturen in Echtzeit analysiert. Mit Simulationen wird aus diesen Daten die jeweilige Position des Tumors ermittelt. Dadurch wissen die Ärzte vorher genau, wann sich die Organe wo befinden werden. So können sie beim Einsatz des Ultraschalls die Bewegungen des Körpers ausgleichen: Die Strahlen folgen den Bewegungen, können sogar »Hindernisse« (z. B. Rippen) umgehen und treffen zielsicher den Tumor.

Das Projekt wird vom Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS geleitet und von der Fraunhofer-Gesellschaft gefördert.