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Auf der Open Data-Plattform sollen Daten von 39 europäischen Ländern zusammenfließen. FOKUS entwickelt dafür u.a. das Datenregister und sogenannte Harvesting-Mechanismen. Henvry/ iStock

Europäische Kommission beauftragt Entwicklung des europaweiten Open Data-Portals: Fraunhofer FOKUS verantwortlich für Kernkomponenten

Meldung vom Do., 05. Februar 2015

Als Teil eines internationalen Konsortiums entwickelt Fraunhofer FOKUS, eines der führenden Forschungs- und Entwicklungsinstitute für Open Data, in den kommenden drei Jahren Europas Open Data-Plattform mit. Die Europäische Kommission will mit dem einzigartigen Projekt ein europaweites Open Data-Portal entwickeln, testen und schließlich in Betrieb nehmen.

Die Plattform vereint Daten von 39 europäischen Ländern und soll die Auffindbarkeit und Wiederverwendbarkeit von offenen Daten verbessern. Die Daten werden vollständig veröffentlicht, so dass jeder Bürger mit einem Internetzugang Zugriff darauf hat.

Fraunhofer FOKUS bringt seine Kompetenzen aus jahrelanger Erfahrung in nationalen und internationalen Open Data-Projekten in den Aufbau der Plattform ein. Das Institut wird als einer der hauptverantwortlichen technischen Partner die Kernkomponenten des Portals entwickeln – u.a. das Datenregister und sogenannte Harvesting-Mechanismen. Das Datenregister bietet anhand von Metadaten einen zentralen Zugang zu Datensätzen in zahlreichen europäischen Datenbanken. Das „Harvesting“ durchforstet die Datenbanken der Mitgliedstaaten regelmäßig nach offenen Datensätzen. Zusammen mit den Konsortialpartnern wird FOKUS damit die EU-Mitgliedstaaten und weitere europäische Länder bei der Verbreitung offener Datensätze auf EU-Ebene, der Qualitätsprüfung und -verbesserung von Metadaten und bei der Interaktion mit Portalnutzern unterstützen. Die Europäische Kommission will mit dem Open Data-Portal dazu beitragen, bisher ungenutztes wirtschaftliches Potenzial von offenen Daten freizusetzen. Der Gewinn, den die 28 Mitgliedsländer mit öffentlichen Daten generieren können, wird auf mehr als 40 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Außerdem soll das Portal dazu beitragen, die Verwaltungsabläufe der Länder zu verbessern, den wissenschaftlichen Fortschritt zu beschleunigen, gesellschaftliche Herausforderungen besser zu lösen und EU-Bürgern mehr Einflussmöglichkeiten auf politische und administrative Prozesse zu geben.

„Das pan-europäische Open Data-Portal ist das wahrscheinlich weltweit ambitionierteste Open Data-Projekt. Es ist ein Meilenstein für die grenz- und sektor-übergreifende Weiterverwendung von Daten der öffentlichen Hand in Europa. Wir freuen uns, dass wir unsere umfangreichen Erfahrungen im Bereich Open Data und unsere tiefgreifende Kenntnis des öffentlichen Sektors in dieses Projekt einbringen können“, erklärt Dr. Matthias Flügge, Leiter des eGovernment- Kompetenzzentrums ELAN am Fraunhofer-Institut FOKUS.

Capgemini Consulting, in der Capgemini-Gruppe zuständig für weltweite Strategie- und Transformationsberatung, leitet das dreijährige Projekt und arbeitet dafür mit einer Reihe von Partnern und Subunternehmern zusammen. Neben Fraunhofer FOKUS sind Sogeti, Intrasoft International, das Open Data Institute, con terra, die University of Southampton und time.lex Mitglieder im Konsortium.

Fraunhofer FOKUS war bereits für die Entwicklung und den Betrieb von mehreren Open Data-Plattformen verantwortlich: Neben GovData, dem Datenportal für Deutschland, hat FOKUS Open Data-Plattformen für Berlin, Hamburg und Amsterdam ebenso wie für den Stromverteilnetzbetreiber Vattenfall Europe Distribution Berlin GmbH realisiert.

Prof. Dr. Ina Schieferdecker, Leiterin des Fraunhofer FOKUS fügt hinzu: „Daten werden zunehmend nicht nur als Wirtschafts-, sondern auch als Gemeingut verstanden. Dabei entstehen Mehrwerte häufig erst durch die Vernetzung von Daten unterschiedlichster Quellen. FOKUS ist ein Pionier für die Entwicklung von technischen Open Data-Infrastrukturen und wird mit dem europaweiten Open Data-Portal dazu beitragen, diese Mehrwerte zu heben.“