Zivile Sicherheit ohne Ueberwachung
Matthias Heyde/ Fraunhofer FOKUS

Zivile Sicherheit ohne Überwachung

News vom 10. März 2014

Dass Sicherheitssysteme in Flughäfen, Bahnhöfen und anderen hoch frequentierten öffentlichen Räumen nicht auf Videobilder oder personenbezogene Daten angewiesen sein müssen, zeigt das Smart-City-Institut FOKUS mit dem Gemeinschaftsprojekt SAFEST (Social-Area Framework for Early Security Triggers at Airports) auf der diesjährigen CeBIT.

Zwei Kernkomponenten von SAFEST werden auf der Messe vorgestellt: ein Kamerasystem, das per Infrarot plötzliche Veränderungen und kritische Situationen in Menschenmengen zuverlässig erkennt, um bei Gefahr Massenpaniken zu verhindern. Und das Open Source Betriebssystem RIOT, mit dem Kleinstgeräte wie Lampen oder Sensoren vor Ort über standardisierte Funkschnittstellen in ein Evakuierungsleitsystem eingebunden werden können. Dabei wird SAFEST per Design dem Wunsch der Bevölkerung nach größtmöglicher ziviler Sicherheit gerecht, ohne personenbezogene Daten zu erfassen.

Wie funktioniert SAFEST?

SAFEST erkennt kritische Situationen in Menschenmengen. Geht in öffentlichen Räumen eine Gefahrenmeldung (z.B. Bombenalarm, Brand, Terrorwarnung) ein, müssen viele Personen so schnell wie möglich in Sicherheit gebracht werden, ohne dass es zu Massenpanik und Unfällen kommt. Die Infrarotkameras von SAFEST identifizieren kritische Ansammlungen und Unruhen in Menschenmengen und leiten diese Informationen zur Auswertung in eine Schaltzentrale weiter. Dabei werden die Menschen nicht individuell, sondern als Datenpunkte dargestellt – entscheidend sind ihre Verdichtung und ungewöhnliche Bewegungsmuster innerhalb der Gesamtsituation.

Geordnete Evakuierung durch Industrie 4.0

Mit der zweiten Systemkomponente wird versucht, die Personen möglichst geordnet in Sicherheit zu bringen. Die Open Source Software RIOT verbindet per Funkschnittstelle dafür vor Ort befindliche Kleinstgeräte (z.B. Glühbirnen oder Temperatursensoren) mit dem lokalen Frühwarnsystem und  verschlüsselt die Protokolle, damit die Daten nicht im Klartext übertragen werden. Sensoren können so beispielsweise übermäßige Hitzeentwicklung frühzeitig melden und Glühbirnen derart programmiert werden, dass sie bei Gefahr als Lichtkanal zum Ausgang weisen.

Besucher erleben auf der CeBIT erstmalig, wie SAFEST bei Gefahr ein Beleuchtungssystem aktiviert, das von einer Armbanduhr steuerbar ist. In Paniksituationen könnte so das Sicherheitspersonal vom Handgelenk aus eine großräumige Evakuierung einleiten.

Besuchen Sie Fraunhofer FOKUS auf der CeBIT

Wann: 10. bis 14. März 2014

Wo: Halle 9, Stand E40