Tag. Check. Score. – Neue App findet „digitale Ehrenämter“ für Museen

Meldung vom Fr., 13. September 2013

Unzählige Kulturgüter der Staatlichen Museen sind noch nicht digital erfasst und den Häusern selbst fehlt es an Personal. Das Ethnologische Museum in Berlin erschließt seine Schätze nun per Bürger-App. Engagierte Bürger können spielerisch digitale Objekte beschreiben und so Metadaten erzeugen.

Berlin, 13. September 2013 – Das Ethnologische Museum in Berlin stand vor einem schier unlösbaren Problem: Es verfügt über riesige Mengen kaum gesichteter digitaler Bilder aus dem ehemaligen Bestand des Museums und wollte einige davon der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Doch die personellen Kapazitäten sind begrenzt. Alan Meyer, Fellow der Initiative Code for Europe, entwickelte gemeinsam mit Fraunhofer FOKUS die Lösung: digitales Ehrenamt. Die App »Tag. Check. Score.« bringt die Fotos des Ethnologischen Museums zu den Bürgern. Diese können nun Schlagworte hinzufügen, bestehende korrigieren und dabei Punkte sammeln: Tag. Check. Score. »Man muss also kein Fachexperte sein, um einem Museum zu helfen, sondern es kann auch einfach Spaß machen«, fasst Projektleiterin Lena-Sophie Müller vom Fraunhofer-Institut FOKUS die Erfahrungen aus den Tests zusammen. Nötiges Fachwissen über Kontext und Hintergrund der Bilder werden erst später durch das Museumspersonal ergänzt. Der Gewinn liegt darin, dass Bürger durch eigenes Engagement digitale Kulturgüter öffentlich verfügbar machen.

Und dieses Modell soll Schule machen. Der Initiative Code for Europe, ist es wichtig, dass die Entwicklerteams wiederverwendbare Open-Source-IT-Lösungen entwickeln, die spezifische Probleme von unterschiedlichen Städten lösen.Digitalisierung, beispielsweise, stellt für die meisten städtischen Museen, Bibliotheken und Archive eine Herausforderung dar, die sie allein nicht bewältigen können. Allein in den »Staatlichen Museen zu Berlin« warten sechs Millionen Objekte auf ihre Erfassung. Der Aufwand, sie online zugänglich zu machen, lässt sich kaum abschätzen.

Die Entwicklerteams sollen in enger Anbindung an die Verwaltung städtische Dienstleistungen verbessern, transparent und kollaborativ. Die Aufgabenteilung dabei: Öffentliche Stellen identifizieren Herausforderungen für kommunale elektronische Dienste. Die Initiative Code for Europe ist in dem Projekt Commons4EU angesiedelt. AlsSchnittstelle organisiert sie die Finanzierung und findet Softwareentwickler über öffentliche Aufrufe und Stipendien. Die beste Idee wird gefördert und im ständigen Austausch zwischen Kommune, Code for Europe und Entwicklern erarbeitet. In Berlin übernahm ausnahmsweise nicht die Stadt die Koordination der Entwicklung, sondern das Fraunhofer FOKUS.

Fraunhofer FOKUS
Fraunhofer FOKUS entwickelt herstellerneutrale Lösungen für die Informations- und Kommunikationssysteme der Zukunft. Das Berliner Institut erforscht, welchen Beitrag Information und Kommunikation leisten müssen, um das Zusammenleben komfortabler und sicherer zu gestalten und adressiert dabei wichtige Herausforderungen der gesellschaftlichen Entwicklung und der smarten Städte von morgen. Dazu zählen vor allem der Zugang zu Informationen, der nachhaltige und wirtschaftliche Umgang mit Ressourcen, vernetzte Mobilität und eine moderne öffentliche Verwaltung. Im Rahmen seiner Forschungsarbeit schlägt Fraunhofer FOKUS Brücken zwischen Unternehmen, öffentlicher Verwaltung, Nutzern und Bürgern.