Fraunhofer FOKUS auf der IFA 2014
Fraunhofer FOKUS

Fraunhofer FOKUS präsentiert Lösungen für »Multiscreen Advertisement« auf der IFA 2014

News vom 05. Sept. 2014

Auf dem Stand der Fraunhofer-Gesellschaft im Themenbereich »Multiscreen Entertainment and Advertisement« erhalten Besucher der IFA 2014 an insgesamt vier Demonstratoren von Fraunhofer FOKUS einen Eindruck von den neuesten Webtechnologien für interaktive und geräteübergreifende Unterhaltung. Gezeigt werden Anwendungsfälle für Werbung, die programmgesteuert das lineare Fernsehsignal erweitern.

Dynamische Einspeisung in den TV-Stream oder die Einblendung aus dem Internet bieten neue Möglichkeiten: Der Sender kann zukünftig Werbung zielgruppenorientiert ausstrahlen. Auch lokale Werbeschaltungen sind möglich. »Das bietet gerade für kleine Sparten- und Lokalsender neue, flexiblere Vermarktungsmöglichkeiten. Sie müssen Werbung nicht mehr statisch und festgelegt einbinden, sondern können sie nach Bedarf schalten oder gezielt mit einer Kampagne verknüpfen. Zum Beispiel dann, wenn ein Produkt in einer bestimmten Region für eine bestimmte Zeit günstiger zu haben ist. Der Nutzer kauft dann bequem via Smartphone ein«, so Dr. Stephan Steglich, Abteilungsleiter des Kompetenzzentrums »Future Applications and Media« am Fraunhofer-Institut FOKUS.

Die dazu notwendigen Technologien werden am Institut entwickelt und standardisiert: Fraunhofer FOKUS bietet dazu eine Referenzimplementierung – FAMIUM – an, mit der Multiscreen- und Rich-Media-Anwendungen plattformübergreifend umgesetzt, ausprobiert und getestet werden können. Videoinhalte sind dabei ein wesentlicher Bestandteil. Sie werden im Web-Bereich durch adaptive Streaming-Technologien wie MPEG DASH integriert. FAMIUM greift die Möglichkeiten dieser Technologie auf und erweitert sie um Multiscreen und Synchronisations-Funktionalitäten. Das ermöglicht Live-TV im Browser ohne Plugins, dynamische Werbeschaltung oder synchrone Multiscreen-Videos, die durch passende Zusatzinhalten ergänzt werden. FAMIUM beinhaltet unter anderem einen browserbasierten DASH client sowie eine DRM-Lösung auf Basis der W3C Spezifikation Encrypted Media Extensions (EME). Durch die Verwendung einer einheitlichen Verschlüsselung (common encryption), werden verschiedene DRM-Systeme in einem einheitlichen Datei-Format unterstützt und erleichtern so die Verteilung und Nutzung geschützter Inhalte.

Das entsprechende Content Decryption Modul (CDM) wurde vom Kompetenzzentrum »Future Applications and Media« des Fraunhofer FOKUS als Open Source Code veröffentlicht und steht auf GitHub als Open Content Decryption Module (OCDM) zum Download zur Verfügung. Eine weitere Entwicklung des Fraunhofer FOKUS ist das »HbbTV Application Toolkit«: Diese Lösung hilft sowohl App-Entwicklern als auch Redakteuren von Fernsehanstalten einfach, schnell und unkompliziert SmartTV-Apps für Sendungen zu erstellen. Das Toolkit kann am rbb-Stand der ARD in Halle 2.2 in seiner Beta-Version getestet werden. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern rbb und dem Institut für Rundfunktechnik (IRT) stellt FOKUS mit dem Toolkit für Fernsehanstalten Templates zur Verfügung, die den Redakteuren verschiedene Features zur Erstellung von HbbTV-Apps anbieten, bspw. interaktive Videogalerien.

Vorträge von Fraunhofer FOKUS im TecWatch-Forum, Halle 11.1:

Robert Seeliger: »Internet delivered Media – Advertisement in Multiscreen Environments« | 8. September, 11:00 Uhr