6 NET

01. Jan. 2002 bis 31. Dez. 2004

Large-Scale International IPv6 Pilot Network



6NET ist ein europäisches 3 1/2-Jahres Projekt, dessen Ziel es ist, in einem Anwendungsszenario großen Maßstabs zu zeigen, welche Vorteile das neue IPv6-Protokoll gegenüber dem alten IPv4-Protokoll bietet und wie es damit den zukünftigen Anforderungen an ein kontinuierliches, uneingeschränktes Wachstum des Internet in idealer Weise genügt. Zusätzlich soll mit diesem Projekt der europäischen Forschung und Industrie ein entscheidender Impuls bei der Definition und Entwicklung von Netzwerktechnologien der nächsten Generation vermittelt werden.

6NET umfasst 31 Partner aus Handels-, Forschungs- und Wissenschaftssektoren und steht für ein Gesamtinvestitionsvolumen von 26,5 Millionen Euro; davon kommen 65% von den Projektpartnern selbst und 35% vom Information Society Technologies Programme (IST) der Europäischen Kommission. Das Projekt hat am 1. Januar 2002 begonnen und läuft bis zum 30. Juni 2005.


Herausforderung

Das außergewöhnliche Wachstum des Internets in den letzten Jahren hat bestimmte Probleme mit den momentan im Internet benutzten Protokollen (IPVersion 4) aufgezeigt. IPVersion 6 ist eine neue Version des Internet Protokolls (IP), die diese Probleme beheben soll, und entwickelt wurde, um ein robusteres Nachfolgemodell von IPv4 zu schaffen.
Die wichtigsten Änderungen in IPv6 sind:

  • Erhöhung der Adressgröße von 32 Bit auf 128 Bit
  • Autokonfigurationsfähigkeiten mit eingebetteter MAC-Adresse
  • Plug-and–Play-Autokonfiguration
  • Authentifizierungs- und Datenschutzfähigkeiten (IPsec)
  • Verbesserte Unterstützung von Extensionheaders und -optionen
  • Maximale MTU / Sehr große Nutzlast
  • Vereinfachte Header-Formate
  • Flow-Labeling-Fähigkeiten
  • Multiple Unicast-Adressen pro Interface
  • Anycast-Adressen
  • Mobiler IPv6 Support


Projektziele

  • Installation und Betrieb eines internationalen IPv6 Pilotnetzwerkes mit statischen  sowie mobilen Komponenten, um dadurch ein besseres Verständnis von IPv6 Entwicklungsfragen zu erzielen. Das Netzwerk wird in erster Linie native IPv6-Links benutzen (zunächst bei 155 MB/s laufend und im zweiten Jahr bis zu 2,5 GB/s ansteigend), obwohl vereinzelt noch IPv4-Tunnel erforderlich sein können.
  • Testen von Migrationsstrategien für die Integration von IPv6 Netzwerken in die bestehende IPv4 Infrastruktur
  • Einführung und Erprobung von neuen IPv6-Diensten und –Anwendungen, sowie von früheren Diensten und Anwendungen basierend auf einer IPv6 Infrastruktur
  • Auswertung von Adresszuordnungs-Fragen, Routing- und DNS-Betrieb  von IPv6 Netzwerken
  • Zusammenarbeit mit anderen IPv6-Aktivitäten und Standardisierungsinstitutionen
  • Förderung der IPv6-Technologie


Technologie

Das Kompetenzzentrum MOBIS ist aktiv auf den Gebieten

  • Mobilität
  • Wireless LAN Zugang
  • SIP Kommunikation

Als Teil der Mobilitätsaktivitäten innerhalb des 6NET Frameworks wird MOBIS eine mobile IPv6-basierte Home Agent (HA) Testumgebung umsetzen, bestehend aus zwei verschiedenen HA-Ausführungen und einer OpenH232-basierten MCU. Diese Umgebung beinhaltet HA-Implementierungen der Helsinki Universtity of Technologie (MIPL) und KAME, sowie einen mobilen IPv6 Current Node (CN) für eine OpenH232 MCU, die von 6Net-Partnern zum Testen der mobilen IP-Funktionalität sowie zur Realisierung von regulären GnomeMeeting-basierten Videokonferenzen zwischen den 6NET-Partnern genutzt werden soll.

Wireless LAN Zugriff ausschließlich über IPv6 ist ein weiteres Hauptforschungsthema. Ohne mehrere Sicherheitsmechanismen zu erzwingen, sind eine hohe Anzahl an Attacken gegen Mobile Nodes,  korrespondierende  Nodes und besuchte Domains möglich. Das Ziel ist es, bestehende Sicherheitsmechanismen zu analysieren, eine Sicherheitsarchitektur für Mobile Nodes, die drahtlos fremde Domains besuchen, zu definieren und ein AAA-basiertes Interaktionsmodel, zur Unterstützung der Erzwingung von diesen Architekturen, zu entwerfen. Die Herstellung von sicheren Kommunikationswegen muss Teil eines Sicherheitsrahmenwerkes sein, um alle bekannten Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen. Ein vollständiger Satz (oder mögliche Sätze) solcher Wege muss definiert werden, während die notwendigen SA-Negotiations möglichst stark in den Mobile IP und AAA-Kontroll-Nachrichten-Austausch eingebettet werden.

Im Kontext von Echtzeit Videokonferenzen und Media-Streaming, wird MOBIS einen SIP-basierten Voice-over-IPv6-Assistenten entwickeln. Dieses Arbeitspaket beinhaltet eine SIPv6-basierte Infrastruktur sowie ein IPv6-Telefon-Implementierung. Die Erforschung und Entwicklung von brauchbaren Übersetzungsmechanismen zwischen VoIPv6- und VoIPv4-Benutzern ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit.

Mobile IPv6 Testbed

Fokus bietet eine Mobile-IPv6-Testumgebung mit zwei Home Agents (HA) und einer MCU, die als Current Node agieren kann. Bitte helfen sie diese Installation auf breiter Basis zu testen, indem sie sowohl die Home Agents als auch die MCU nutzen.

Softwarevoraussetzungen:
Um die HAs nutzen zu können, benötigen sie eine Mobile-IPv6-Implementierung. Implementierungen sind für Linux und FreeBSD sowie für NetBSD verfügbar.

Um die MCU nutzen zu können, benötigen sie einen IPv6-fähigen h323-Klienten wie z.B. GnomeMeeting.

Setup:
Linux HA:

  • HA-Adresse: 2001:638:806:2002:201:2ff:feb8:257f

  • Home-Address im Netzwerk: 2001:638:806:2002::/64


Kame HA:
Um den Kame-HA mit einem Linux-MN nutzen zu können, ist mindestens Version 1.1 der MIPL Implementierung erforderlich.

  • HA Adresse: 2001:638:806:2001:250:daff:fe13:227b

  • Home-Address im Netzwerk: 2001:638:806:2001::/64


MCU:

  • MCU Adresse: 2001:638:806:2001:20e:a6ff:feb3:54a5
    Es sind zwei unterschiedliche Räume definiert, wobei der Standardraum die Bezeichnung "room101" trägt. Um die lokalen Audio-Einstellungen testen zu können, gibt es einen weiteren Raum mit dem Namen "loopback". Falls Audioprobleme im Raum "room101" auftreten sollten, überprüfen Sie bitte zuerst mit Hilfe des Raums "loopback", ob ihre lokalen Einstellungen für Mikrofon und Lautsprecher korrekt sind. In diesem Fall sollten Sie Ihre Stimme als Echo von der MCU hören können.

IPSec:
IPSec ist derzeit aus Kompatibilitätsgründen ausgeschaltet. Falls Interesse besteht, die KAME-Implementierung mit IPSec-Unterstützung zu testen, senden Sie bitte eine Email.

Feedback:
Bitte senden sie Feedback jeglicher Art (z.B. Kommentare, Beobachtungen, Logfiles, Traceroutes). Ihr Feedback ist sehr willkommen.

Acknowledgement:
Die Entwicklung der Testumgebung wurde durch das DFN großzügig unterstützt.

 

Partner

  • Cisco Systems International BV (BE, FR, IT, NL, PO)
  • Czech National Research and Education Network (CESNET)
  • Delivery of Advanced Network Technology to Europe Ltd. (DANTE)
  • Deutsche Forschungsnetz Verein (DFN)
  • Electronics and Telecommunications Research Institute (ETRI)
  • Fundação para a Computação Científica Nacional (FCCN)
  • Greek Research & Technology Network (GRNET)
  • Hungarian Academic and Research Network Association (HUNGARNET)
  • Compagnie IBM France
  • Consortium GARR
  • NORDUnet A/S
  • NTT Communications Corporation
  • Poznan Supercomputing and Networking Centre (PSNC)
  • Réseau National de Telecommunication pour la Technologie, l'Enseignement et al Recherche (RENATER)
  • Sony International (Europe) GmbH
  • SURFnet B.V
  • SWITCH Telematikdienste für Lehre und Forschung Foundation
  • Stichting Telematica Instituut (TELIN)
  • Trans-European Research and Education Networking Association (TERENA)
  • United Kingdom Education & Research Networking Association (UKERNA)
  • Université Libre de Bruxelles (ULB)
  • University College London (UCL)
  • Lancaster University
  • University of Southampton
  • University of Vienna Computer Centre (ACOnet)
  • Computer Technology Institute (CTI)
  • Danmarks Tekniske Universitet (DTU)
  • Fraunhofer Institute FOKUS (FhG)
  • Institut National de Recherche en Informatique et en Automatique (INRIA)
  • Invenia A/S
  • Oulu Polytechnic
  • Scientific Computing Ltd. (CSC)
  • UNINETT A/S
  • Université Louis Pasteur (ULP)
  • University of Oulu
  • Westfälische Wilhelms-Universität (WWU-JOIN)