Gemeinsame Forschung für Sicherheit in Europas Cloud Fraunhofer FOKUS und die TU Budapest unterzeichnen Kooperationsvertrag

Meldung vom Fr., 06. Dezember 2013

Fraunhofer FOKUS und die Technische und Wirtschaftswissenschaftliche Universität Budapest starten die Zusammenarbeit, um im Rahmen von verschiedenen EU-Forschungsprojekten gemeinsame Strategien für sicheres Cloud-Computing zu entwickeln. Partner des Zusammenschlusses sind die Bundesdruckerei, das Zentralamt für Verwaltung und elektronische öffentliche Dienstleistungen Ungarn.

Fraunhofer FOKUS und die TU Budapest verfolgen mit ihrer Zusammenarbeit vorrangig das Ziel, die Nutzung von Cloud-Technologien durch den Schutz von Daten und Identitäten sicher zu gestalten.

Beide Institutionen bringen hervorragende Voraussetzungen mit, um durch Wissens- und Erfahrungsaustausch einerseits und gemeinsame Forschungsprojekte andererseits Lösungen für das Cloud-Computing der Zukunft zu entwickeln. „Wir brauchen Vertrauen, wenn wir einen offenen Cloud-Markt aufbauen wollen, der nicht an regionalen oder nationalen Grenzen halt macht“, sagte Prof. Dr. Radu Popescu-Zeletin, Direktor von Fraunhofer FOKUS, im November 2013 bei der Auftaktkonferenz des EU-Projekts „Cloud for Europe“, einem Forschungsprojekt, das sicheres Cloud-Computing für Europa ermöglichen soll.

Der offizielle Auftakt der Kooperation beginnt mit der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding im Rahmen des Innovationsforums Ungarn. Die Kooperationspartner treffen auf dem Innovationsforum der Botschaft von Ungarn zusammen, das am 6. Dezember Experten aus Wirtschaft und Politik sowie führende Unternehmen aus der ungarischen Startup-Szene in Berlin versammelt, um Ungarns Innovationsstrategie und Anknüpfungspunkte für Deutschland zu präsentieren. Unter den Referenten ist Prof. Dr. Zoltán Cséfalvay, Staatssekretär für strategische Angelegenheiten im Ministerium für Nationale Wirtschaft.

Dekan Dr. László Vajta, Prorektor für Innovation der Technischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Universität Budapest, erklärte, dass die Kooperation „eine erfolgreiche Integration in das Europäische Forschungsrahmenprogramm HORIZON 2020” ermöglicht. Das Programm, das mit einem Budget von über 70 Mrd. Euro im Jahr 2014 startet, fördert Forschungs- und Unternehmensstandorte sowie innovative Produkte und Dienstleistungen.

Im Zuge des Programms planen Fraunhofer FOKUS und die TU Budapest die zeitnahe Gründung eines Fraunhofer Projektcenters in Ungarn. Das Fraunhofer-Innovationscluster „Next Generation ID“ trägt mit seinem Know-How im Identity-Management dazu bei und bringt sich mit der Entwicklung von sicheren Objekt- und Personenidentitäten in die Projektarbeiten ein.

Dr. Vajta sieht in der mit Fraunhofer FOKUS geschlossenen Vereinbarung und dem geplanten Projektcenter ein Zeichen für die internationale Anerkennung seiner Universität und blickt der Zusammenarbeit positiv entgegen: „Das Memorandum of Understanding, das Fraunhofer FOKUS und die Technische und Wirtschaftswissenschaftliche Universität Budapest nach sorgfältiger Vorbereitung für eine Zusammenarbeit unterzeichnen, trägt, wie wir hoffen, viel zur traditionell engen Zusammenarbeit in Lehre und Forschung im weitgefassten Bereich Informatik zwischen Ungarn und Deutschland bei. Mit dieser Erklärung erkennen beide Länder den Nutzen dieser neuen Kooperationsform zwischen ihren Einrichtungen für die Volkswirtschaft an. Diese Initiative wird unterstützt vom ungarischen Ministerium für Nationale Wirtschaft.”

Durch das Projekt sollen Maßnahmen geschaffen werden, die beim Betreten und beim Verlassen der Cloud und beim Speichern von Informationen Sicherheit gewährleisten.

„Cloud-Services stellen Unternehmen und öffentliche Institutionen vor neue Herausforderungen. Als Industriepartner freuen wir uns darauf, unsere Expertise im Bereich ID-Management einzubringen“, erklärt Ulrich Hamann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesdruckerei GmbH.

Innovationscluster „Next Generation ID“

Das Fraunhofer Innovationcluster „Next Generation ID“ bündelt die Kompetenzen von fünf Fraunhofer-Instituten, Universitäten, vielen Industrie-Partnern und den Ländern Berlin und Brandenburg, um ID-Technologien der nächsten Generation für die Zukunft unserer Gesellschaft zu entwickeln.

„Next Generation ID” liefert ein beständiges, komplementäres Service-Portfolio, das den Standort Berlin-Brandenburg zum führenden Forschungs- und Industriepartner im Bereich ganzheitlicher ID-Lösungen der nächsten Generation ausbauen soll. „Next Generation ID” entwickelt und produziert Technologien, die es ermöglichen, Identitäten zu bilden, zu vernetzen, zu behüten und zu verwenden.