IT-Recht-Management: Fraunhofer FOKUS und Potsdamer eGovernment Institut gründen interdisziplinäre Plattform für eGovernment

Meldung vom Do., 03. April 2014

Das Fraunhofer-Institut FOKUS und das „Potsdam eGovernment Competence Center“ (IfG.CC) bringen in Berlin eine interdisziplinäre eGovernment-Plattform für IT, Management und Recht auf den Weg, um die diversen Digitalisierungsthemen an einer Stelle zu bündeln.

Das Fraunhofer-Institut FOKUS und das „Potsdam eGovernment Competence Center“ (IfG.CC) bringen in Berlin eine interdisziplinäre eGovernment-Plattform für IT, Management und Recht auf den Weg, um die diversen Digitalisierungsthemen an einer Stelle zu bündeln. Mit der Kooperation werden beide Partner zum führenden Think Tank für eGovernment-Strategien in Deutschland, der die (informations-) technische wie auch die verwaltungspolitische Seite bei der Modernisierung von Staat und Verwaltung gleichermaßen berücksichtigt.

Politik, Verwaltung, Forschung und Zivilgesellschaft haben in der Vergangenheit oft aneinander vorbeigeredet, wenn es darum ging, eine moderne digitale Gesellschaft aufzubauen. Die Große Koalition hat eGovernment zwar zum Schwerpunkt ihrer Legislaturperiode erklärt, die IT-Kompetenzen allerdings auf mehrere Ministerien verteilt. Das erschwert eine einheitliche Koordination für die Modernisierung der Verwaltung. Fraunhofer FOKUS und IfG.CC bündeln jetzt ihre Kompetenzen in IT, Recht, Verwaltungswissenschaften und Governance, um auf einer neutralen Plattform Strategien für eine praktikable Verwaltungsmodernisierung zu initiieren.

Zentrale Plattform für eGovernment-Kompetenz
Fraunhofer FOKUS engagiert sich schon seit Jahren in vielen Projekten an der Schnittstelle von IT und Verwaltung – angefangen von Open Data und dem Informationsfreiheitsgesetz über Bürgerbeteiligung durch Anliegenmanagement bis zur Erforschung sicherer elektronischer Identitäten (z. B. neuer Personalausweis, Trusted Safe). Durch die Kooperation mit dem IfG.CC in Potsdam entstehen wertvolle Synergien, um eGovernment-Technologien anwendungsorientiert entwickeln und prozessbegleitend integrieren zu können. Das Potsdamer Institut erforscht und entwickelt seit fast 15 Jahren zukunftsfähige Lösungen für modernes Regieren und Verwalten auf IT-Basis und gilt als Experteneinrichtung für eGovernment-Themen wie Föderale IT-Infrastrukturen, Prozessmodellierung, Change- und Akzeptanzmanagement der Bürokratieabbau bis hin zur veränderten Staatlichkeit und neuen institutionellen Arrangements. Kürzlich erst hat das IfG.CC das Projekt Stein-Hardenberg-2.0 abgeschlossen.

„Mit den bei Fraunhofer FOKUS angesiedelten Kompetenzzentren für Öffentliche IT und elektronisches Government können wir uns durch die Kooperation mit Potsdam gemeinsam als führender, Know-How-Träger‘ und Ansprechpartner für ganzheitliche Konzepte im Public Sector positionieren“, so Prof. Dr. Radu Popescu-Zeletin, Leiter des Fraunhofer-Instituts FOKUS.

Die Kombination aus Wissenschaftsexpertise und Anwendungsorientierung soll zum Alleinstellungsmerkmal des eGovernment-Duos werden. Für praktikable und vor allem nachhaltige Modernisierungskonzepte auf Bundesebene wird das unersetzlich sein. Die starke Kompetenz in der Region Berlin-Brandenburg soll genutzt werden, um deutschlandweit und international moderne und wissenschaftlich fundierte Government-Konzepte zu entwickeln und anzubieten.

„Mit der Kooperation beider Partner ergänzen sich in hervorragender Weise technische und verwaltungswissenschaftliche eGovernment-Kompetenzen, die bereits in unseren jeweiligen Institutionen vorhanden sind.“, sagt Prof. Dr. Tino Schuppan, Wissenschaftlicher Direktor des „Potsdam eGovernment Competence Center“(IfG.CC).

Die eGovernment-Plattform fokussiert sich auf die Entwicklung von Innovationsstrategien, Roadmaps und konkreten Gestaltungskonzepten für eine moderne digitale Verwaltung, die zukünftigen IT-, Rechts- und Verwaltungsanforderungen standhalten können. Damit die Konzepte schon frühzeitig in politische Überlegungen einbezogen werden, begleiten Fraunhofer FOKUS und IfG.CC den Prozess mit Workshops, Kolloquien und Vortragsveranstaltungen, so dass die Arbeit der Praxisexperten in Politik und Verwaltung aktiv unterstützt wird.

Wissenstransfer durch Political Insights
Für einen gegenseitigen Austausch und intensiven Wissenstransfer im kleinen Kreis, sollen außerdem regelmäßig politische Hintergrundgespräche nach amerikanischem Vorbild etabliert werden. Politik, Verwaltung und Wissenschaft bekommen dort die Gelegenheit, sich ausgiebig zu Problemen und Fragestellungen austauschen und interdisziplinär beraten zu können. Die erste Veranstaltung dieser Art ist für Sommer 2014 geplant.