Berlin legt Strategie zur Öffnung der Datenbestände vor

Meldung vom Do., 16. Februar 2012

Nach der Freischaltung des ersten Datenportals einer deutschen Stadt im September vergangenen Jahres legt die deutsche Hauptstadt jetzt eine Strategie-Studie zur Umsetzung des Open-Data-Gedankens in der öffentlichen Verwaltung vor.

Diese Studie schlägt, nach Analyse der organisatorischen, rechtlichen und technischen Voraussetzungen, einen Stufenplan von kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen vor. In 39 Handlungsempfehlungen an Politik und Verwaltung werden Hinweise gegeben, wie strukturelle, prozessuale oder rechtliche Bedingungen weiterentwickelt werden könnten, um den Open-Data-Gedanken zum Allgemeingut im Verwaltungshandeln zu machen. Die Studie wurde im Auftrag des Staatssekretärsausschusses für die Verwaltungsmodernisierung im Land Berlin durchgeführt und durch das Fraunhofer-Institut FOKUS erarbeitet.

Staatssekretär für Technologie und Forschung, Nicolas Zimmer, betont: „Die Öffnung der Datenbestände bedeutet für die Verwaltung vor allem einen kulturellen Wandel. Die Problematik liegt nicht in der Technik, wie unser Datenportal bereits deutlich zeigt. Den erarbeiteten Ansatz aufzugreifen, zu verbreitern, zu verstetigen und in den Betrieb einer Verwaltung zu integrieren – das ist die große Herausforderung. Wir müssen nun konkrete nächste Schritte vereinbaren, um unser Ziel unter Wahrung von Datenschutzbelangen zu erreichen. Das Fraunhofer-Institut FOKUS hatte sich schon im Jahr 2010 mit den Herausforderungen bei der Öffnung der Datenbestände befasst. Der Institutsleiter Prof. Dr. Radu Popescu-Zeletin erklärte zum Ergebnis der aktuellen Studie: „Daten sind nur dann wertvoll, wenn sie auch verfügbar sind. Open-Data-Strategien haben sich dabei auch schon in anderen Ländern als hilfreich erwiesen. Deutschland hat hierbei aber noch Nachholbedarf. Fraunhofer FOKUS freut sich, der Hauptstadt beim raschen Aufbau und Ausbau der offenen Datenbestände mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.“