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IPv6-Profile für die öffentliche Verwaltung

Thematischer Hintergrund

Das bisherige Internet-Protokoll Version 4 (IPv4) bildet die wichtigste technische Grundlage des Internets. IPv4 benutzt 32-Bit-Adressen, wodurch es auf vier Milliarden eindeutige IP-Adressen begrenzt ist. Das rasche Wachstum und der Anschluss von immer mehr Geräten an das Internet (z. B. Fernseher, Smartphones und Sensoren) führen heute zu einer Adressenknappheit und zwingen aktuell zu einer Migration von IPv4 in Richtung des Nachfolge-Protokolls IPv6.

Zur flächendeckenden Einführung und zum Betrieb des neuen Internet-Protokolls liegen europaweit bisher kaum praktische Erfahrungen vor. Der Einsatz von IPv6 in den IT-Standardarchitekturen von Bund, Ländern und Kommunen ist bisher nicht umfassend definiert. Insbesondere in der öffentlichen Verwaltung werden Komponenten (Hard- und Software) eingesetzt, deren vollständige Kompatibilität mit dem IPv6-Protokoll oft noch nicht geklärt ist. Die Ursache hierfür sind die unterschiedlichen Reifegrade mit denen IPv6 in einer Vielzahl von Produkten implementiert ist.


Projektziel

Fraunhofer FOKUS als Experte für „One-Stop-Government“ und BearingPoint sind vom Bundesverwaltungsamt (BVA) beauftragt worden unter der Leitung des BVA, das Forschungsprojekt „IPv6-Profile“ für die öffentliche Verwaltung durchzuführen.

Ziel des Projekts ist es, Profile für Geräteklassen zu definieren, Migrationsstrategien zu IPv6 zu untersuchen und diese zu dokumentieren. Somit wird ein wesentlicher Beitrag zur zukunftssicheren Migration der Netzwerk-Infrastrukturen Deutschlands in Richtung von IPv6 geleistet. Das Projekt wird in enger Abstimmung mit dem Bundesministerium des Innern durchgeführt. Die Erfahrungen aus diesem Projekt werden auch in Projekten der EU-Kommission aufgenommen und weiter ergänzt.

Unter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen werden ein technischer Kriterienkatalog sowie IPv6-Profile für die öffentliche Verwaltung erarbeitet. Die Ergebnisse sind Empfehlungen für die Einführung und Beschaffung von IPv6-tauglichen Komponenten. In den Netzwerk- und eGovernment-Laboren von Fraunhofer FOKUS werden komplexe Migrationsszenarien nachgestellt, um daran die Migrationsschritte von einer IPv4-only-Infrastruktur zu einer IPv4/IPv6 Dual-Stack-Infrastruktur zu definieren, zu erproben und zu dokumentieren. So wird Praxiswissen für die Migration erfasst und gleichzeitig die notwendigen Schritte und der zu erwartende Aufwand dokumentiert. Parallel wird so eine realistische Überprüfung der IPv6-Funktionalität innerhalb der verwendeten Infrastruktur- und Software-Komponenten erreicht.

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Über das Bundesverwaltungsamt

Das Bundesverwaltungsamt (BVA) ist der zentrale Dienstleister des Bundes. Es wurde als selbstständige Bundesoberbehörde durch das Bundesministerium des Innern errichtet. Mit rund 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nimmt es über 100 verschiedene Aufgaben wahr und arbeitet für Bundespräsident, Bundeskanzlerin und alle Bundesministerien für die Verwaltungsaufgaben übernommen, gebündelt und effektiv erledigt werden. Mit ihrem umfangreichen Dienstleistungs- und Produktportfolio unterstützt die Bundesstelle für Informationstechnik (BIT) des Bundesverwaltungsamtes Bundeseinrichtungen in vielfältigen IT-Aufgaben. Am 01.12.2009 hat der Rat der IT-Beauftragten der Bundesregierung die BIT zu einem der ersten IT-Dienstleistungszentren (DLZ-IT) des Bundes benannt.

 

Über Fraunhofer FOKUS

Fraunhofer FOKUS, das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme, entwickelt und erforscht am Standort Berlin Kommunikations- und Informationstechnologien. Im Zentrum der Forschungsaktivitäten steht die Entwicklung von IT-Infrastrukturen und Netzwerken zur domain- und organisationsübergreifenden Kommunikation. Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung stellt Fraunhofer FOKUS einen bedeutenden IT-Forschungspartner für die Telekommunikations-, Automobil- und Medienindustrie sowie für die öffentliche Verwaltung. Auf wissenschaftlicher Ebene gilt Fraunhofer FOKUS als renommierter Kooperationspartner in Forschungsprogrammen der Europäischen Kommission sowie nationaler Fördergeber.

 

Über BearingPoint

BearingPoint berät Unternehmen und Organisationen in den Bereichen Commercial Services, Financial Services und Public Services bei der Lösung ihrer dringendsten und wichtigsten Aufgaben. In enger partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Kunden definieren BearingPoint-Berater anspruchsvolle Ziele und entwickeln Lösungen, Prozesse und Systeme entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Seit der Übernahme durch seine Partner im Rahmen eines Management Buy-Out ist BearingPoint eine unabhängige Unternehmensberatung, die Unternehmertum sowie Management- und Technologiekompetenz auf einzigartige Weise vereint. Das Unternehmen mit europäische Wurzeln agiert global und beschäftigt rund 3.200 Mitarbeiter in 15 Ländern.

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