FOKUS organisierte auf der INFORMATIK 2008 einen Workshop zum Thema "SOA und EU-Dienstleistungsrichtlinie in der öffentlichen Verwaltung". Am Donnerstag 11.09.2008, 9.00-17.30 Uhr, im Rahmen der Informatik 2008, TU München, Theresianum im Stammgelände an der Theresienstrasse.
Die AGENDA steht Ihnen an dieser Stelle zum Download bereit: Agenda Informatik 2008
Ziel des Workshops war es, Erfahrungen zusammentragen, Möglichkeiten und Vorschläge für die Umsetzung einer serviceorientierten Architektur in der öffentlichen Verwaltung aufzuzeigen. Zugleich sollte das Forum der GI-Jahrestagung genutzt werden, um das bis zum Sommer 2008 zu erarbeitende Memorandum zur EU-Dienstleistungsrichtlinie des GI-Fachausschuss „Verwaltungsinformatik“ der Öffentlichkeit zu präsentieren und erstmals in einer breiten Fachöffentlichkeit zur Diskussion zu stellen.
Präsentationen / Beiträge des Workshops:
Zum Memorandum der Gesellschaft für Informatik zur EU-Dienstleistungsrichtlinie, Jörn von Lucke
Innovation und Interoperabilität – zentrale Anforderungen der EU-Dienstleistungsrichtline? Mario Wendt
Integriertes Produkt- und Prozessmodell für dienstebasierte Anwendungen und Architekturen am Beispiel der EU-Dienstleistungsrichtlinie, Frank Hogrebe
Fachmodellierung für Service-Orientierte Architekturen, Wolfgang Glock
Wiederverwendung von Legacy Systemen durch einen Bottom Up Ansatz bei der Entwicklung einer SOA, Sandra Englet
Die SOA-Strategie der Berufsgenossenschaft Glas-Keramik, Thomas Kaiser u. Martin Eyrich

Beschreibung
Die im Dezember 2006 verabschiedete EU-Dienstleistungsrichtlinie (Richtlinie 2006/123/EG) soll den Zugang zum Dienstleistungsmarkt in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union vereinfachen, bestehende bürokratische Hindernisse für Dienstleistungserbringer abbauen und so die grenzüberschreitende Erbringung von Dienstleistungen in Europa fördern.
Bis Dezember 2009 muss die Richtlinie in allen EU-Staaten in nationales Recht überführt werden. Für die Umsetzung haben die Regierungen und Verwaltungen der Mitgliedsländer eine ganze Reihe an Aufgaben zu erledigen, die mit umfangreichen Änderungen des Wirtschafts- und des Verwaltungsrechts verbunden sein werden. So sind im Sinne eines One-Stop-Government einheitliche Ansprechpartner (Artikel 6) für Dienstleistungserbringer einzurichten, die diese bei allen Prozessen mit der Verwaltung begleiten – über den gesamten Lebenszyklus von der Wiege bis zur Bahre: von der Aufnahme der Dienstleistungstätigkeit über die gesamte Ausübung der Dienstleistungstätigkeit bis zur Geschäftsauflösung. Diese einheitlichen Ansprechpartner sollen Dienstleistungserbringer aus anderen EU-Mitgliedsstaaten über alle relevanten Vorgaben und Zuständigkeiten informieren sowie bei der Abwicklung von Verfahren und Formalitäten mit der öffentlichen Verwaltung helfen (Artikel 7). Behörden aller Verwaltungsebenen müssen zudem dafür sorgen, dass die von der EU-Dienstleistungsrichtlinie betroffenen Verwaltungsverfahren elektronisch abgewickelt werden können (Artikel 8). Einheitliche Ansprechpartner und die elektronische Verfahrensabwicklung werden einen ganz wesentlichen Beitrag zur Vereinfachung von Strukturen, Verfahren und Formalitäten leisten. Eine konsequente Umsetzung entsprechender One-Stop-Government-Konzepte auf Basis einer serviceorientierten Architektur (SOA) wird beträchtliche Auswirkungen auf die gesamte öffentliche Verwaltung in allen Mitgliedsstaaten (nationale, subnationale und kommunale Ebene) haben, die weit über den Anwendungsbereich europäischer Dienstleistungsunternehmen hinausreichen.
In der öffentlichen Verwaltung kommt es aber auch aus anderen Gründen bereits zu zahlreichen Umstrukturierungen. So wurden beispielsweise die Arbeitsverwaltung, die gesetzlichen Rentenversicherungsträger und die Berufsgenossenschaften erheblich umstrukturiert und zahlreichen Fusionen unterworfen. Auch Behörden auf Bundes-, Landes, Kreis- und Stadtebene sehen sich einem erheblichen Restrukturierungsdruck ausgesetzt. Einige Behörden setzen bereits auf SOA als einen Träger für diese Veränderungen. Kann eine SOA der wirkungsvolle Hebel für eine leistungsfähige öffentliche Verwaltung wirklich sein.
Adressatenkreis
Führungskräfte und IT-Verantwortliche aus der öffentlichen Verwaltung
Wissenschaftler, die im Bereich der öffentlichen Verwaltung forschen
IT-Lieferanten für die öffentliche Verwaltung
Workshop-Organisation
Ulrich Bode
Diplom-Informatiker, Fellow der Gesellschaft für Informatik, Kreisrat
Am Hirthaus 3, D-82239 Alling
Telefon: 0171 - 8 29 29 39
mail (AT) ulrich-bode.de
Priv.-Doz. Dr. Jörn von Lucke
Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS
Fachausschuss Verwaltungsinformatik der Gesellschaft für Informatik
Kaiserin-Augusta-Allee 31, D-10589 Berlin
Telefon: 030 - 34 63 71 86
joern.von.lucke@fokus.fraunhofer.de
Programmkomitee
Ulrich Bode (Fellow der Gesellschaft für Informatik)
Dr. Klaus-Peter Eckert (Institut FOKUS, Fraunhofer Gesellschaft)
Wolfgang Glock (mgm technology partners GmbH)
Priv.-Doz. Dr. Jörn von Lucke (DHV Speyer und FOKUS Berlin, Fraunhofer Gesellschaft)
Jürgen Renfer (Bayerischer Gemeindeunfallversicherungsverband)
Herbert Sattler (Fujitsu Siemens Computers GmbH)
Karl-Wilhelm Schick (mgm technology partners GmbH)
Prof. Peter Schilling (FH Ludwigsburg)
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