Governance Technologien
“Governance Technology” bezeichnet elektronische Werkzeuge, die genau die auf spezifischen Aufgaben von Policy- bzw. Governance-Lebenszyklen abgestimmt sind. Zu diese Aufgaben zählen beispielsweise Agenda Setting, Issue Analysis, Policy Making & Implemtierung sowie Monitoring. Effektive Governance ist ebenso für private oder gesellschaftliche Organisationen relevant wie für öffentliche Stellen ein Thema.
Im Forschungbereich „Governance Technology“ werden daher Methoden, Modelle und Software entwickelt, um verantwortliche Akteure bei den verschiedenen Governance-Aufgaben zu unterstützen. FOKUS setzt dabei folgende Schwerpunkte:
- Plattformen für Open und Linked Data
... helfen bei Mining, Interpretation, Integration und Veröffentlichung von staatlichen Daten verschiedener Quellen im World Wide Web. Spezielle Programmierschnittstellen (APIs), helfen Programmierern, einfache Web-Anwendungen zur Wiederverwendung der bereitgestellten Datensätzen zu entwickeln.
- Claims Portale
... unterstützen Bürger und Unternehmen, ihre Rechte und Pflichten zu prüfen sowie staatliche Leistungen und Dienste online zu beantragen.
- Regulatory Compliance-Systeme
... unterstützen Unternehmen, kostengünstig ihre gesetzlichen Pflichten zu erfüllen. Anhand graphisch aufbereiteter Argumentationsketten, wird verständlich und transparent gezeigt, warum ein Produkt oder ein Prozess den jeweiligen Compliance Anforderungen genügt. Regulatory Compliance-Systeme basieren auf Carneades (siehe Info-Box rechts).
- Systeme für Policy Modeling und Simulation,
... unterstützen die Analyse und den Vergleich rechtlicher Wirkungen von Regeln und Vorschriften.
- Argument-Mapping-Systeme
... helfen bei Aufbau, Strukturierung, Auswertung und Visualisierung politischer Argumentationen.
Carneades - Testplattform für Argumentationsketten
Das von FOKUS entwickelte Argumentationssystem Carneades kann anders als konventionelle regelbasierte Systeme sowohl mit sich gegenseitig widersprechenden Argumenten umgehen, als auch zwischen diesen abwägen, Ausnahmen erkennen und berücksichtigen sowie Analogieschlüsse vornehmen und bei der Auslegung von Regeln unterstützen.
Durch grafische Aufbereitung der Ergebnisse werden Entscheidungsgründe besser nachvollziehbar. Trotz der hohen Komplexität der erfassten Entscheidungsregeln und Sachverhalte bleiben die Claims Portals transparent und unkompliziert zu bedienen.
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