Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien und Lösungen aus dem Bereich des Wissensmanagements trägt erheblich zur Steigerung der Effizienz in der Verwaltungsarbeit bei.
In der vorliegenden Studie wurden die Potentiale eines wissensbasierten Systems im Bereich des Unterhaltsrechtes untersucht. Die Studie basiert auf Interviews, zwei Testfällen und auf einer Onlineumfrage.
Ergebnis:
Die Studie zeigt, dass es erhebliche Optimierungsmöglichkeiten im Bereich Elternunterhalt im Kreis Herford sowie anderen Leistungsverwaltungen gibt, sowohl hinsichtlich der Produktivität als auch hinsichtlich der Qualität der Prozesse. Es ist möglich, die Arbeitsprozesse zu optimieren, besonders durch den Gebrauch von Informations- und Kommunikationstechnologien und durch die Einführung eines wissensbasierten Systems. Ebenso zeigt der Einsatz des regelbasierten Prototyps für Rechtsanwendungen, dass es möglich ist, die relevanten Gesetze mit akzeptablen Ressourcen zu modellieren.
Die Ziele der Studie sind:
• Beschreibung des aktuellen Arbeitsprozesses
• Untersuchung der Konsistenz und Qualität des aktuellen Arbeitsprozesses
• Vorschlag zur Optimierung des Arbeitsprozesses
• Entwicklung des Prototyps eines wissensbasierten Rechtsberatungssystems
Der innerhalb der Studie erarbeitete Prototyp basierte auf zwei verschiedenen Werkzeugen:
• einem regelbasierten System für Rechtsanwendungen
• einem System, um Wissen zu teilen
Das regelbasierte System wurde mit der Software StatuteExpert geschrieben, einer regelbasierten Plattform, die von der australischen Firma SoftLaw entwickelt wurde. Spezialisiert für Verwaltungen, kann diese Plattform komplexe Gesetze, Regulierungen, Richtlinien und administrative Prozeduren integrieren. Der Prototyp enthält z.B. verschiedene Teile des bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) zum Familienrecht und weitere Rechtsquellen. Das Wissen wird in so genannte Fakten und Regeln modelliert. Die Fakten können entweder Aussagen oder Variablen sein. Die Regeln verknüpfen die Fakten zu weiteren Fakten. Das Benutzerinterface des Prototyps für den Endanwender (Sachbearbeiter) ist ein einfacher Webbrowser. Der Prototyp konnte die Testfälle vollständig und korrekt lösen, so dass sich die Bearbeitungszeit der Vorgänge erheblich verkürzt.
Der Prototyp zum Teilen des Wissens basiert auf RSS (Really Simple Syndication). RSS ist eine Familie von XML-Dateiformaten für Websyndication. RSS-„Elemente” enthalten kurze Beschreibungen des Webinhalts zusammen mit einem Verweis zu der Vollversion des Inhalts. Diese Information wird als XML-Datei namens RSS-Feed bereitgestellt. Benutzer können neues Wissen über ein Webinterface
veröffentlichen. Der Eingabetext wird vom System automatisch in einen RSS-Feed transformiert. Dennoch kann ein „Moderator” den neuen Inhalt validieren, bevor er Anderen zugänglich gemacht wird. Darüber hinaus können thematisch spezifische RSS-Feeds definiert werden: Sie bieten umfangreiche Möglichkeiten Inhalte zu verwalten, wie Filter um den Zugriff auf nur relevante Inhalte zu beschränken.
Der Prototyp ist lauffähig und kann unter http://mimik-demo.blogspot.com/ eingesehen werden. Er unterstützt Moderation, bietet automatische Benachrichtigung, wenn neue Inhalte veröffentlicht wurden, und Moderatoren haben die Möglichkeit thematisch aggregierte Inhalte zu erstellen.
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