Jens Klessmann
Fraunhofer FOKUS
Kaiserin-Augusta-Allee 31
10589 Berlin
Tel.: +49 (0)30 3463-7285
Fax: +49 (0)30 3463-8000
Louay Bassbouss
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Mashups – Kombination existierender Daten und Dienste
Der englische Begriff „mashup“ bedeutet so viel wie „vermischen“ oder „kombinieren“. Dies ist auch die Idee des Mashup-Ansatzes, da bereits existierende Daten, Services oder Funktionalitäten miteinander kombiniert werden. So entstehen neue Anwendungen oder Webseiten.

Eine typische Mashup-Architektur besteht aus den Ebenen Präsentation, Webdienste und Daten. Zum Einsatz kommen dabei überwiegend verbreitete Technologien wie XHTML, JavaScript, SOAP/REST, XML oder JSON. Beispiele für einfache Mashups sind die Verortung von Restaurantkritiken auf einer digitalen Landkarte oder die Zusammenführung und Visualisierung verschiedener statistischer Daten.
Viele Online-Dienstanbieter wie Youtube, Flickr und Qype haben das enorme kreative Potential der Mashups erkannt und geben bereits seit einigen Jahren ihre Schnittstellen für die gesamte Netzgemeinschaft frei. So bildet jedes neue Mashup ein kostenloses Marketing für die Anbieter der benutzten APIs. Auch im Bereich der öffentlichen Verwaltung haben Mashups ein enormes Potential, da auf diese Weise interne und externe Daten sehr schnell und kostengünstig miteinander verknüpft werden können. So können Mitarbeiter der Verwaltung ohne Programmierkenntnisse und mit wenig Aufwand neue Mashups erstellen, die einfach an die ständig wechselnden Anforderungen der öffentlichen Verwaltung angepasst werden können. Der öffentliche Sektor in Deutschland steht jedoch noch ganz am Anfang dieser Entwicklung, die in den angelsächsischen Ländern Behörden bereits nachhaltig verändert.
Mashup-Projekt
Unter Verwendung der FOKUS-Technologien MashWeb und Media Web Runtime werden in diesem Projekt die Potentiale des Mashup-Ansatzes demonstriert und an die Anforderungen des öffentlichen Sektors angepasst. Die Ergebnisse werden in Form von Demonstratoren dargestellt und Spezifikationen sowie Studien veröffentlicht.
Bei Verwendung dieses Ansatzes ergeben sich u.a. folgende Vorteile:
Mashups im öffentlichen Sektor
Unter Government Mashups wird die Anwendung des Mashup-Prinzips auf den öffentlichen Sektor bzw. Daten des öffentlichen Sektors verstanden. Beispiele hierfür sind die Kombination und Visualisierung des Einsatzes verschiedener Fördermittel oder die Ergänzung von Restaurantkritiken um Ergebnisse staatlicher Hygieneuntersuchungen.
Gegenwärtig sind verschiedene Trends feststellbar, die Government Mashups begünstigen. Technologisch wird das Web immer stärker als eine Plattform aufgefasst, die Grundlage zur Entwicklung von Anwendungen wie Mashups darstellt. Rechtlich gesehen existieren bereits seit einiger Zeit Gesetze auf Ebene der Bundesländer, des Bundes und der EU, mit denen die Bereitstellung staatlicher Daten, zumindest in Ansätzen, geregelt wird. Für Politiker besteht ein zunehmender Druck, das eigene Handeln bei fortwährend steigender Komplexität der politisch-administrativen Vorgänge zu erklären.
Für den öffentlichen Sektor ergeben sich durch die vereinfachte Entwicklung von Anwendungen Möglichkeiten Kosten einzusparen und Mashups für spezielle Anforderungen zu entwickeln und somit Politik verständlicher zu vermitteln.
Strukturierte Daten als Grundlage
Eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung von Government Mashups ist die Bereitstellung von Daten des öffentlichen Sektors in strukturierter, maschinen-lesbarer Form. Auf Basis dieser Daten können Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung oder, bei entsprechender Veröffentlichung, auch Unternehmen und zivilgesellschaftliche Akteure spezialisierte Anwendungen erstellen. Kurzfristig können zwar bereits heute eine Menge an Datensätzen mit entsprechenden Extraktionsverfahren aus bestehenden Datenbanken und Webseiten gewonnen werden, jedoch erfordert die kontinuierliche Bereitstellung über eine Dateninfrastruktur Veränderungsschritte in der öffentlichen Verwaltung in technischer, organisatorischer und rechtlicher Hinsicht. Es gilt, Plattformen zur Datenbereitstellung zu entwickeln und vorhandene Verwaltungsprozesse in die Veröffentlichung von Daten einzubeziehen. Es müssen rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine aktive Bereitstellung maschinenlesbarer Daten und deren Weiterverwendung stärker unterstützen.
Aktivitäten von Fraunhofer FOKUS
Im eGovernment-Labor in Berlin werden folgende Aktivitäten umgesetzt:
FOKUS-Demonstrator: FixMyStadt
Schlaglöcher, Graffiti oder defekte Laternen: Jeder sieht diese Unorte im öffentlichen Raum. Was fehlt ist eine einfache Möglichkeit, die richtige Stelle in der Verwaltung darauf aufmerksam zu machen. Mit Mashup-Technologien und mobilen Anwendungen können entsprechende Lösungen rasch umgesetzt werden. Hinweise der Bürger werden mit Daten von Verwaltung und Wirtschaft zusammengeführt. Aus den so generierten Meldungen entsteht Mehrwert für Alle.
FOKUS-Demonstrator: World Bank Indicator Masher
Unter statistischen Daten stellen sich die Meisten lange, schwer verständliche Zahlenreihen vor. Visualisierungen helfen beim Verständnis der Daten. Mit Mashup-Technologien können diese Daten ohne großen Aufwand in verschiedenen Sprachen und unterschiedlichen Grafiken bereitgestellt werden. Der von FOKUS entwickelte Demonstrator ermöglicht die Entwicklung eigener Indikatoren.
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