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Polnisch-deutsche eGovernment Forschungsbasis

Nr6-2006_Transfer eGov-Niemcy Polska-Standort_PCC

Im Prozess der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Neuordnung Ost- und Mitteleuropas und dem Beitritt der Länder zur Europäischen Union bietet sich für die Region die Gelegenheit, nicht mehr zeitgemäße, unadäquate Wirtschafts- und Verwaltungsstrukturen und -prozesse von Grund auf zu reformieren und veraltete Technologien aller Wirtschaftsektoren komplett gegen moderne und innovative Infrastrukturen auszutauschen. Durch den Aufbau neuer Wirtschaftsstandorte, durch internationales Kapital und durch den zu erwartenden hohen Zufluss von Fördermitteln aus Strukturfonds der Europäischen Union erhalten die Beitrittsländer die finanziellen Mittel zum intensiven Ausbau ihrer Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten, zur flächendeckenden Investition und zum Infrastrukturaustausch. Den ost- und mitteleuropäischen Beitrittsländern bietet sich in dieser Situation auf vielen Wirtschaftsgebieten und hierbei besonders im Bereich eGovernment die Gelegenheit, das in eGovernment-Projekten entwickelte Forschungspotenzial in Prototypen und Produkte umzuwandeln und hiermit zum Innovationsmotor in der Region zu werden. Die Beitrittsländer können durch den konsequenten Einsatz von modernen und innovativen eGovernment-Technologien auf Anwendungsebene Vorreiter für Deutschland und das „alte“ Europa werden.

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ZIELE

Ziel des Vorhabens ist der Aufbau einer polnisch-deutschen Forschungsbasis als wissenschaftliches Netzwerk zur Erforschung und Entwicklung von interoperablen IT-Strukturen sowie die Entwicklung von zukunftsweisenden eGovernment-Szenarien mit Konstituierung von sechs wissenschaftlichen Arbeitsgruppen.

In der Anschubphase legen die Projektpartner die wissenschaftliche Schwerpunktsetzung für die Arbeitsgruppen fest: Die Arbeitsgruppen werden sich auf die Themen: Interoperabilität, Testumgebungen, Legal-Knowledge Systems, Next Generation Networks, eDemocracy, Pan-Europäisches eGovernment konzentrieren. Daran angliedernd wird ein eGovernment-Labor, als eine reale Testumgebung, sowie ein Partnerprogramm zur systematischen Einbindung von industriellen Partnern aufgebaut. Darauf folgt die Integration der Ergebnisse und die Erstellung eines Projekt- und Finanzierungsplans.

Die bilaterale Forschungsbasis wird Ausgangspunkt für ein osteuropäisches Wissenschaftsforum sein. Die Ergebnisse werden Eingang in Veröffentlichungen und Konferenzen finden. Das angegliederte eGovernment-Labor dient der Demonstration der Szenarien, welches die Forschungspotenziale und Lösungen evaluiert und präsentiert und die Sichtbarkeit der Forschungsbasis erhöht.

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TECHNOLOGIE

Die föderalen Strukturen auf allen Ebenen der Verwaltung in Europa haben mit der dezentralisierten Entscheidungshoheit auch in Bezug auf den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) zu einer Vielzahl heterogener bisher geschlossener IuK-Systeme geführt. Das heißt: den bisher bestehenden Anwendungen und webbasierten Diensten in den Verwaltungen mangelt es flächendeckend an „Interoperabilität“. Die Technik genügt nicht dem von den internationalen Standardisierungsorganisationen wie der Object Management Group (OMG) erarbeiteten offenen Standards. Im Gegensatz dazu ist die so genannte „Interoperabilität von eGovernment-Lösungen“, d.h. der medienbruchfreie Austausch von Daten innerhalb von Organisationen und über Organisationsgrenzen hinweg, für Verwaltungen, Firmen, die mit den Verwaltungen zusammenarbeiten, und für Softwareentwickler im eGovernment-Umfeld von entscheidender Bedeutung. Es ist wissenschaftlich unbestritten, dass die langfristige Integration von Diensten und die Installation organisationsübergreifender elektronischer Dienstprozesse sich am besten mit offenen Standards und mit dienstorientierten Architekturen realisieren lässt. Zukünftige eGovernment-Technologien werden auf „offenen Standards“ basieren und Interoperabilitätskriterien zwingend berücksichtigen.

Interoperabilität bedeutet einerseits die Kooperation von verteilten Prozessen und andererseits die notwendige Vereinheitlichung der Kommunikationsregeln. Es muss ein allgemeingültiges Verständnis vom Informationsaustausch und den sicheren Transfer von Daten über Systeme durch offene Schnittstellen entwickelt werden. Die Entwicklung von eGovernment-Technologien mit offenen Standards, die Interoperabilitätskriterien entsprechen und als langfristige Investitionen angesehen werden können, sollte nicht ausschließlich der Industrie überlassen werden. Herstellerunabhängige Begleitforschung ist schon aus Sicherheitsgründen unabdingbar.

Der internationale Aspekt des Problems wird besonders im europäischen Einigungsprozess offensichtlich. Hier sind Definitionen von Datenstrukturen in einem breiteren internationalen Kontext zu sehen. Europäische Vorgaben werden die Standardisierung beeinflussen. Europäische Dienste für eGovernment erfordern pan-europäische Definitionen für alle Aspekte von Interoperabilität, Datenstrukturen und alle Prozesse. Um offene Standards zu identifizieren, müssen der international verteilte Informationenfluss und die zugrunde liegenden Strukturen analysiert, spezifiziert und definiert werden. Hierin wird die wissenschaftliche Arbeit der Polish-German eGovernment Research Base bestehen.

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Dieses Projekt wurde vom BMBF gefördert.


 

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